Aufnahme: 1951
Das Pferdegeschirr im Agrarbereich
Das Pferdegeschirr ist den besonderen Anforderungen der Kippkarre angepasst und weicht erheblich von der in Deutschland sonst üblichen Bespannung, vor allem vom Sielengeschirr ab. Es besteht aus Kummet (auch "Hamen" genannt), Sattel einschließlich Bauchriemen und Hintergeschirr. Mit dem Kummet, einem gepolstertem Holzrahmen zieht das Pferd die Karre über zwei Stangen bzw. Ketten. Dieser Teil des Geschirrs wird normalerweise dem Körperbau des Tieres angepasst, stellt also eine Art Maßarbeit dar. Es liegt auf den Schultern auf, dem Zugpunkt des Pferdes. Der Sattel, ähnlich aufgebaut wie das Kummet fängt das auf den Deichselbäumen liegende Gewicht der Karre weitgehend auf.
Er wird ergänzt durch einen Bauchriemen. Sollte die Kippkarre einmal aus dem Gleichgewicht geraten, verhindert der Bauriemen das Hochgehen. Das Hintergeschirr schließlich dient als Bremse wie auch zum Rückwärtsgang. Dieser um die Hinterbeine verlaufende Lederriemen ist über Ketten mit den Deichselbäumen fest verbunden. Bergab genügt es in der Regel, das Pferd am kurzen Zügel zu halten, um so die Karre zu bremsen. Beim Zurücksetzen in Stall oder Scheune wirkt dieser Riemen ähnlich wie das in der Anspannung sonst übliche Sielengeschirr im Vorwärtsgang.
Vor allem der Sattel wird in den verschiedensten Formen gebaut. Je nach Anforderungen kann er auch sehr leicht sein, z. B. in der "Gig" - Art Einachs-Kutsche (siehe Link unten). In Süddeutschland, wo noch vor wenigen Jahren auch Kühe vor den Wagen gespannt wurden, entfällt beim Sattel vollends die Aufgabe, die Last des Wagens oder der Deichsel zu tragen. Hier sorgt er lediglich dafür, die Zugstangen oder Ketten hochzuhalten, damit das Tier beim Zug nicht über die eigenen Stränge stolpern.
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