Aufnahme: 1934
Landwirtschaftliche Ausstellung auf dem Bönnschenhof bei Oberpleis 1934
Die Landwirtschaft im Amt Oberpleis
Die Landwirtschaftliche Ausstellung will keine ausgesprochene Leistungsschau sein; sie verfolgt viel mehr den Zweck, dem Besucher einen Einblick in den Stand und die Ziele der Landwirtschaft des· Oberpleiser Gebietes anhand einiger Beispiele zu vermitteln.
Die Landwirtschaft im großen Amt Oberpleis, das die vier Ortsbauernschaften Oberpleis, Uthweiler, Eudenbach und Stieldorf umfaßt, trägt ein besonderes Gepräge. Haben wir auf den guten, lössreichen Böden von Stieldorf, Rauschendorf und dem Pleistale fortschrittliche und intensiv wirtschaftende Ackerbaubetriebe mit beachtlichen Spitzenleistungen auch auf dem Gebiete der Tierzucht, so finden wir in den höher gelegenen waldreichen Gebieten um Eudenbach auch Landstriche mit weniger günstigen Boden- und Klimaverhältnissen. Aber auch hier zeugt die seit Jahren um sich greifende Kultivierung und Intensivierung von einer fortschrittlichen Einstellung. Dies beweisen allein schon die ständig wachsenden Leistungen des Ackerbaues un d der Viehhaltung, sowie die Aufnahme und bewußte Ausweitung des Obstbau es als landwirtschaftlicher Betriebszweig. Weit über die Grenzen des Gebietes hinaus bekannt sind die Oberpleiser Baumschulen, deren erste bereits im Jahre 1872 in Jüngsfeld gegründet wurde.
Als Beweis der Lebendigkeit und steten Fortschrittlichkeit der Oberpleiser Landwirtschaft mag auch die Tatsache gelten, daß im Jahre 1882 auf der Burg Oberpleis eine der ersten Landwirtschaftsschulen des Rheinlandes errichtet wurde. Diese mußte 1911 aus technischen Gründen nach Hennef verlegt werden. Heute noch stellt das Amt Oberpleis für die Landwirtschaftsschule Hennef die höchste Schülerzahl unter den Ämtern des Siegkreises. Der landwirtschaftliche Teil der Ausstellung, der von ehemaligen Landwirtschaftsschülern zusammengestellt wurde, umfaßt die Gebiete: Kartoffelbau, Getreidebau, Zwischenfruchtfutterbau und Obstbau. Der Kartoffelbau, der mit Recht eine zunehmende Ausdehnung erfährt, kann mit den alten Anbaumethoden nicht mehr durchgeführt werden. In der Ausstellung ist das neuzeitliche, arbeits- und anbautechnisch beste Verfahren (Vielfachgerät) der veralteten Arbeitsweise gegenübergestellt. Außerdem wird eine Auswahl von Kartoffelsorten gezeigt, die sich in vieljährigem Anbau bewährt haben.
Der Getreidebau wird in Zukunft weniger betont werden, sich aber immerhin nach dem Viehbestand ausgleichen müssen. Die für den Getreidebau verbleibenden Restflächen können nur bei Verwendung besten Saatgutes die gewünschten Ernten bringen. Von den bewährtesten Sorten sind Proben ausgestellt. Der Zwischenfruchtfutterbau ist durch Aussaatproben von Herbst- und Winter Zwischenfrüchten vertreten. Es werden außerdem Gemenge von Getreide und Hülsenfrüchten gezeigt, mit deren Hilfe das erforderliche Zwischenfruchtsaatgut im eigenen Betriebe gewonnen wird. Aus dem Obstbau werde u.a. Früchte einiger Kern· und Steinobstsorten gezeigt, die für die gegebenen Verhältnisse besonders zu empfehlen sind. Möge das Gezeigte den Gästen einen Einblick in die Landwirtschaft des Oberpleiser Gebietes vermitteln, die eigenen Bauern aber selbst anspornen auf, dem eingeschlagenen Weg zuversichtlich weiterzuschreiten.
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