Aufnahme: 1900

Bönnschenhof mit Gesinde

Gesinde ist ein heute aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwundener Begriff für Hausangestellte und Dienstboten bei höheren und Hohen Herrschaften sowie größeren Gutshöfen.

Er umfasst alle Personen, die sich dort "verdingt" haben, wie das früher hieß, wie die Hausverwalterin, die Köchin, das Hausmädchen, die Kindererzieherin, den Hausdiener (Butler), den Kutscher (heute Chauffeur), den  Gärtner, den Knecht und die Magd usw.

Weitere Information zum Begriff "Gesinde" siehe Wikipedia - siehe Link unten.

Dritte von rechts:
Anna Maria Schurff geb. Schäfer
* 05.04.1845 auf Gut Broichhof bei Mehlem
+ 15.06.1922 auf dem Bönnschenhof

Berufe im Siebengebirge um 1900 – Frauen –
Im Datensatz 2944 sind die um die Jahrhundertwende üblichen Berufe der Männer aufgeführt.
Aber welchen Berufen gingen die Mädchen und Frauen unseres Gebietes zu dieser Zeit nach?

Da ist in erster Linie entsprechend dem damals geltenden Patriarchat der Dienst in Haus, Hof und Küche zu nennen. Sie waren dafür zuständig, dem hart arbeitenden Ehemann ein angemessenes Heim zu schaffen.
Dazu gehörte selbstverständlich auf die Erziehung der eigenen Kinder.

Aber welche Möglichkeiten hatte die damalige Damenwelt darüber hinaus?
Die Auswahl war sehr beschränkt.  

Landwirtschaft:  Sie wurden Mägde und vielleicht Hauswirtschafterin

Fabriken:            Die Industrialisierung befand sich damals noch in der Entwicklung,
                            so dass hier nur wenige Arbeitsplätze angeboten wurden.

Handel:               Die meist vom männlichen Inhaber und ggf. mit seiner Ehefrau geführten
                            kleinen Geschäfte -große Kaufhäuser gab es nur in größeren Städten-
                            benötigten keine Unterstützung durch Verkäuferinnen.

Selbständigkeit: Die handwerklichen Berufe mit Meistertitel standen den Frauen i.d.R.
                            nicht offen, es sei denn sie übernahmen gezwungenermaßen den Betrieb  
                            nach dem Tode des Ehemannes.

                             Sie konnten zum Beispiel bei einer Schneiderin oder in einer Landwirtschafts-
                             schule Nähen, Kochen und Handarbeit lernen und diese Kenntnisse dann für
                             eigene Zwecke, als Nachbarschaftshilfe und für Freunde ausüben.

Dienste:               Beliebt waren Anstellungen bei Höheren und Hohen Herrschaften.
                             Dies setzte aber eine persönliche positive Grundeinstellung und Kenntnisse
                             voraus, die durch Besuch einer entsprechenden Schule abgerundet werden
                             konnten.
                             Nach entsprechend bestätigtem Nachweis verdingten sie sich dann als
                             Haus- und Stubenmädchen, als Kindererzieherin oder als Hauswirtschafterin


Zur Verfügung gestellt von
Franz Schurff
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