Aufnahme: 2025

Erinnerungsstücke an die Druckerei Kurtenbach: komplette Sätze zum Einspannen in den Druckrahmen, Lupen und Fadenzähler

Schon immer hatte sich Alfred Kurtenbach aus Hühnerberg für den Buchdruck interessiert. Daher begann er Anfang der 1950er Jahre in der Siegburger Druckerei Daemisch Mohr eine Ausbildung im Druckerhandwerk; anschließend sammelte er unter anderem in der Degen‘schen Druckerei, die auch die Kirchenzeitung des Erzbistums druckte, und im Kölner Druckhaus Deutz weitere Berufserfahrungen. Nach bestandener Meisterprüfung Anfang 1965 vor der Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf und der Heirat mit Gisela Bergmann, die aus Eudenbach stammte, fasste das Ehepaar den Entschluss, sich selbständig zu machen. Also wurden 1966 entsprechende Räume in Aegidienberg an der Ecke Rederscheider Weg/ Rottbitzer Straße gemietet und dort eine Druckerei mit zwei Heidelberger Tiegeln (Druckmaschinen, die im Hochdruckverfahren arbeiten) und einer Schneidemaschine gegründet. 

Alfred Kurtenbach legte stets Wert darauf, im klassischen Hochdruckverfahren/ Buchdruckverfahren zu drucken. Der Zwei-Personen-Betrieb - als ausgebildete Bürokauffrau kümmerte sich Gisela Kurtenbach um die Vorarbeiten und den Satz, ihr Mann um die Produktion – fertigte Privatdrucksachen wie etwa Geburts-, Hochzeits- und Todesanzeigen und unterschiedlichste Firmendrucksachen für zahlreiche Unternehmen im Siebengebirge und nahen Westerwald sowie im übrigen Rhein-Sieg-Kreis an. Das Geschäft florierte. Die Firmendrucksachen wurden in fast allen Sprachen der Welt, beispielsweise auch in Chinesisch, gedruckt. Bei besonders großen Auflagen arbeitete das Ehepaar mit der Druckerei Hermes in Sand zusammen. 

Gerne hätte man in Aegidienberg ein eigenes Firmengebäude gebaut. Doch dazu fehlte es dort an einem geeigneten Grundstück. Schließlich begannen Alfred und Gisela Kurtenbach 1971 in Hühnerberg mit dem Bau eines Eigenheims mit etwa 100 Quadratmeter Gewerbefläche im Untergeschoss für die Druckerei samt Büro und Papierlager. 1972 erfolgte der Umzug.  

Bis weit über das Rentenalter hinaus war Alfred Kurtenbach in seiner Druckerei tätig. Doch Anfang 2011 zwangen ihn gesundheitliche Gründe zum Aufhören. Die Druckerei wurde aufgelöst und die Druckmaschinen in die Pfalz verkauft, wo sie immer noch ihren Dienst tun, wie Gisela Kurtenbach versichert. Die Setzerei, die Schneidemaschinen sowie ein Eckenrundstoßgerät wanderten in die Werkstatt der Bibliothek von Kloster Maria Laach, wo sie für Buchbindearbeiten genutzt werden.

Quelle
Fotoarchiv: Christa Gast, Christa Gast, freie Journalistin: Foto
Zur Verfügung gestellt von
Christa Gast: Foto
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