Aufnahme: 2019
Dreiflügeliger Fachwerkhof in Königswinter-Oberpleis, Dollendorfer Straße 115
Das "Alphabetische Verzeichnis nebst Angabe des Standes und der Wohnung der Einwohner der Landbürgermeisterei Oberpleis" nennt 1925 Johann Schiefer, Gastwirt im Auel.
Johann Schiefer, geboren 1872 in Auel, verheiratet mit Agnes Gierlach aus Felderhausen, war der Sohn von Peter Schiefer geboren 1836 in Sassenberg, gestorben 1912 in Auel, der ebenfalls Inhaber der Gaststätte Gertrudenhof war.
In der Festschrift "1000 Jahre Oberpleis - Festwoche 18.-26. September 1948" fand ich folgende Annonce: "Gasthaus Josef Daas, vormals Johann Schiefer, Auel. Die gemütliche Gaststätte für Jedermann. Diverse Schnittchen, Getränke aller Art".
Nachfolge-Inhaber war Heinz Göbbels aus Heisterbacherrott.
Der aus der Bauzeit des 19. Jahrhunderts stammende Fachwerkhof (Gertrudenhof) im Oberpleiser Ortsteil "Auel" war über Jahrzehnte beliebtes Stammlokal vieler Vereine. Berichte über Aktivitäten im Auel sind im virtuellen Heimatmuseum Oberpleis dokumentiert. In den 50er Jahren fanden im Sälchen Tanzkurse statt. Tanzlehrer Josef Lang brachte den Tanzpaaren nicht nur Tanzschritte, sondern auch Manieren bei. Höhepunkte waren bei den jungen Damen und Herren sowie deren Angehörigen die Abschlussbälle. Das Sälchen sah über die Jahrzehnte auch viele Familienfeiern.
Im Jahr 1965 gründeten einige Stammgäste des Restaurants die Karnevals-Gesellschaft Rot-Blau- Auelgau. Hauptinitiator und Präsident über viele Jahre war Matthias Müllenholz. Sitzungen der Gesellschaft im Auel waren Highlights jeder Karnevalssession. 1967 wurde das Fanfarencorps "Rot-Blau-Auelgau" gegründet. Es war Basis für das Bläsercorps Auel-Gau Oberpleis e.V.
Im Leben der Region Oberpleis ist das Bläsercorps nicht mehr wegzudenken.
Am 7. Dezember 1982 wurde der Werbekreis Oberpleis in der Gaststätte im Auel gegründet.
Der Gertrudenhof wurde nach Gertrud Engels, geborene Kehnen, benannt
Als der Gertrudenhof 1993 zu Wohnungen umgebaut wurde, war dies ein Verlust für das Vereinsleben in der Region.
Der dreiflügelige Fachwerkhof wurde am 18. Januar 1993 von der Stadt Königswinter als A 226 in die Liste geschützter Baudenkmäler eingetragen.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.