Aufnahme: 2019

Wegekapelle mit Linde in Oberpleis-Hartenberg

Hartenberg (Hardenberg) gehörte zum Kirchspiel Oberpleis im bergischen Amt Blankenberg. Nach Auflösung des Herzogtums Berg im Jahre 1806 wurde Hartenberg der Bürgermeisterei Oberpleis (bis 1813 Mairie Oberpleis) zugeordnet, die ab 1816 zum Kreis Siegburg (ab 1825 ‚Siegkreis‘) gehörte. Bei Volkszählungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Hartenberg als Dorf verzeichnet, mindestens bis 1830 noch unter der Schreibweise Hardenberg.

1845 umfasste das Dorf neun Wohnhäuser mit 51 ‚Katholischen Seelen‘. Ab 1846 gehörten sie zur politisch eigenständigen Gemeinde Oberpleis. Hartenberg ist heute ein Ortsteil der Stadt Königswinter und gehört zum Stadtteil Oberpleis. Der Ort liegt westlich des Ortszentrums von Oberpleis an der Südseite des zum Lützbach, einem linken Zufluss des Pleisbachs, abfallenden Löhbergs.

Wegekapelle (Heiligenhäuschen)
Gemäß mündlicher Überlieferung stand an dieser Stelle früher eine Schutzhütte für Fuhrleute auf dem Weg zwischen dem Heisterbacher Tal und Siegburg. Um 1905 baute Adolf Meurer, Besitzer der Parzelle, mit Ehefrau Katharina Weyler und deren unverheirateten Brüdern Peter und Heinrich - aus Dankbarkeit für eine überstandene Viehseuche - den Unterstellplatz zur Wegekapelle aus.

Die zweiflügelige, aus Walzblech gefertigte Tür, läßt die Vermutung zu, dass diese in der Schmiede von Adolf Meurer und Peter Weyler in der Erbauungszeit des Heiligenhäuschens gefertigt wurde. Die mächtige Linde, die die Kapelle in ihren Schutz nimmt, wurde zur gleichen Zeit gepflanzt. Wegekapelle mit Linde wurden am 15. Februar 1998 von der Stadt Königswinter als A 341 in die Liste geschützter Baudenkmäler eingetragen.

Bei einer Renovierung in der 1960er Jahren mauerten Mitglieder der Kolpingsfamilie Oberpleis das vom damaligen Jagdpächter gestiftete alte Steinkreuz in die Rückwand ein. Die Malerin Anke Ikelle-Matiba-Kohlhausen gestaltete die modernen Wandbilder. Sie zeigen eine Vogelmutter, die ihre Flügel über ihre Jungen breitet und gegenüber sieben Bögen, die sieben Schmerzen der Gottesmutter Maria symbolisieren. Eine aus der Oberpleiser Pfarrkirche stammende Marienfigur wurde vorsorglich in der Wand verankert.

Zu erwähnen ist, dass vor allem Marianne Gorzolla aus Bellinghausen jahrzehntelang mit Hilfe unentgeltlich arbeitender Handwerker für die Instandhaltung und Pflege der Kapelle sorgte.

Zur Verfügung gestellt von
Fotos: Willi Joliet
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