Aufnahme: 2019

Fachwerkscheune in Oberpleis-Rübhausen

Rübhausen ist ein Ortsteil der Stadt Königswinter, gehört zum Stadtteil Oberpleis und zur Gemarkung Wahlfeld. Der Weiler Rübhausen liegt zwei Kilometer nordöstlich des Ortszentrums von Oberpleis. Am Ortsrand verläuft der Pleisbach-Zufluss Eisbach.

Der Hobby-Archäologe Heinz Wolter hat auf seinen Feldern tausende Keramikscherben als Siedlungsspuren aufgelesen. Sogar Werkzeuge aus der Steinzeit kamen ans Licht. Der Ort trat 1458 und dann 1572 im Zusammenhang mit einer Verpachtung des Rübhauser Zehnten durch den Propst von Oberpleis zur Hälfte an einen Lambert von Rübhausen urkundlich in Erscheinung. Der Weiler Rübhausen gehörte zur Honschaft Wahlfeld, einer von zuletzt fünf Honschaften, aus denen sich das Kirchspiel Oberpleis im bergischen Amt Blankenberg zusammensetzte. Nach Auflösung des Herzogtums Berg im Jahre 1806 war Rübhausen Teil der Kataster- bzw. Steuergemeinde Wahlfeld im Verwaltungsbezirk der Bürgermeisterei Oberpleis und wurde 1845/46 mit Wahlfeld in die neu gebildete Gemeinde Oberpleis eingegliedert.

Im Rahmen von Volkszählungen war die Ortschaft mindestens bis 1843 als Hof verzeichnet. Sie ist seither nicht wesentlich über ihren damals erreichten Umfang hinausgewachsen. Dies zeigt die Einwohnerentwicklung: 1816-42, 1828-47, 1843-62, 1885-43, 1905-55 und 2018-56.
Besonderes Ereignis: Im März 1945 war Rübhausen umkämpft. Am 16.03.45 starben die deutschen Soldaten Johann Trausch, Otto Friedrich Dröge, Hans Wolfgang Vögerl, Albert Richter, Gerhard Josef Erbrich, Willi Tork und zwei Unbekannte. Über Tote amerikanische Soldaten ist mir nichts bekannt. Kriegsopfer aus der Zivilbevölkerung von Rübhausen wurden am 18.03.45 Anna Maria Klasen, Rita Lejeune und Ruth Zimmermann.

Fachwerkscheune
An der Rübhausener Straße Ecke Arnoldsgarten steht die Fachwerkscheune aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist auf einer Giebelseite unterseitig verputzt, auf der anderen Giebelseite oberseitig mit Holz verkleidet. Bis 1905 stand die bemerkenswert große Scheune, eine Zehntscheune der Abtei Heisterbach, auf dem damals aufgelösten Halmshof in Wellesberg. Das Balkenwerk wurde in Wellesberg zerlegt, jeder Balken mit Nummern gekennzeichnet und die Scheune in Rübhausen wieder zusammengebaut.

Einige Balken weisen Brandspuren auf, die möglicherweise von einem Überfall des berüchtigten Räubers ‚Fetzer‘ am 22. März 1800 auf eine Fassbinderfamilie und den Halmshof in Wellesberg stammen. Um 2011 gab es einen Besitzerwechsel der mittlerweile dem Verfall preisgegebenen Fachwerkscheune. Der neue Besitzer stand vor allem vor der mühevollen Aufgabe, historische Hohlziegel für das Schopfwalmdach zu besorgen. Die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Scheune nahm drei Jahre in Anspruch. Momentan wird die Scheune als Pferdestall und Lagerhaus genutzt. In ihr fanden aber auch schon  Dorffeste statt.

Die freistehende Scheune in Oberpleis-Rübhausen wurde am 5. Dezember 1996 von der Stadt Königswinter als A 325 in die Liste der zu schützenden Baudenkmäler eingetragen.

Zur Verfügung gestellt von
Willi Joliet: Fotos "Räuber Fetzer" bei Wikipedia - Zum Bericht im General-Anzeigers vom 13.02.2014 - Zum Bericht im General-Anzeigers vom 07.03.2016
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