Aufnahme: 2012
Zum 100. Geburtstag hat die kfd Eudenbach ein Theaterstück eingeübt
EUDENBACH · Die hatten Humor. Da fragten die Oberpleiser 1927 doch tatsächlich die Eudenbacher, ob sie für die Errichtung eines Kriegerdenkmals in Oberpleis spenden würden. Nun, jahrhundertelang waren die Oberhauer zwar dort zur Kirche gegangen. Aber im eigenen Gotteshaus, das 1912 eingeweiht worden war, fehlte schließlich auch noch eine Menge: von einer "Deck op de Kommelionsbank" bis hin zu neuen Glocken.
Und gefallene Soldaten im Ersten Weltkrieg hatten die Eudenbacher ebenfalls zu beklagen. Auf einer eilends einberufenen Pfarrversammlung war die Bitte der Nachbarn Thema. Pastor Konrad Becker hatte eingeladen und die Messdiener dazu in alle Dörfer von Faulenbitze bis Komp gesandt. Aus diesem historischen Stoff hat die kfd Eudenbach ein herrliches Theaterstück gemacht. Autorin und Regisseurin Annelore Broscheid gab ihm den Titel: "Domols en de Öggemich".
Sie hat im Archiv der Pfarrei gestöbert. Pastor Becker gab es ja wirklich. Und auch Henderich Ströhßer ist keine erfundene Figur, sondern er war Mitglied des Kirchenvorstandes und der Großvater der Verfasserin des Drehbuchs. In seine Rolle schlüpft Angelika Limbach. Die Ackerer Bertes Paffrath und Tünn Bommerich (Beate Klein und Renate Walter) sind ebenso erdachte Personen wie die Steinbrucharbeiter Mattes Depensiefen und Schäng Schenkelmann (Hannelore Heinrich und Ilse Kurenbach), die alle ausgestattet sind mit original Gamaschen, Hosen und Hosenträgern und den typischen Schildmützen.
Auch die Vorsitzende der Jungfrauenkongregation Trina Döppenbecker und Mitglied Seevchen Kefferpötz, zwei schon nicht mehr ganz in der Blüte stehende Juffern, machen eine köstliche Beigabe dieser Pfarrversammlung aus. Ihre Darstellerinnen Angelika Schumacher und Marlies Meier schwanken noch zwischen Hut und Perücke. Wahrscheinlich wird Maskenbildnerin Erika Krautscheid für die Premiere noch eine feine Haartracht anfertigen. Nur Souffleuse Marita Pinnen wird arbeitslos sein - die Damen beherrschen ihre Texte aus dem Effeff.
Die Jungfrauenkongregation existierte natürlich wirklich seit 1910 in Eudenbach. Aber die Dialoge von Trina und Seevchen mit anderen Versammlungsteilnehmern aus der Feder von Annelore Broscheid geben dem Stoff noch zusätzliche Würze. Köstlich, wie Trina erbost eine Schnute zieht, als Schäng ihr vorhält: "Ha, ha, ha, ich woß nur net, dat do och äldere Jufferen zojehüren, die noch keene Mann metjekreet han."
Jedenfalls hat Trina hellseherische Fähigkeiten. Und die Männer lachen sich schlapp, als sie ihren Traum erzählt, in dem der "hellije Aloysius" ihr prophezeite: "In 70 oder 80 Johr hesch et net mie Jungfrauenkongregation, dann hesch et Katholische Frauenjemeinschaff Deutschland!".
Von links: Hannelore Heinrich, Renate Wolter, Marlies Meier, Ilse Kurenbach, Maria Koll, Angelika Limbach, Angelika Schumacher, Beate Klein.
Von links: Maria Koll, Marlies Meier, Angelika Schumacher
Von links: Angelika Limbach, Beate Klein
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