Die Antoniuskapelle in Wahlfeld, ein Schmuckstück für den Ort und die Region

Abgebildete Personen

Aufnahme: 2011

Die Antoniuskapelle in Wahlfeld, ein Schmuckstück für den Ort und die Region

Sie wurde in den Jahren 1885 / 86 von den Geschwistern Schreckenberg und den Bewohnern von Stieldorf / Uthweiler an der Hauptmannstraße, einer Abzweigung von der Sövener Straße in Uthweiler errichtet. Über die näheren Umstände gibt folgender Bericht Auskunft, den Wilhelm Schreckenberg am 22. April 1888 geschrieben hat:

„Die Kapelle haben erbaut die Geschwister Schreckenberg von Uthweiler. Die Baustelle ist geschenkt von Heinrich Lehmacher, Stieldorf, dazu später die ganze Parzelle zur Erhaltung und Unterhaltung der Kapelle. Nach dem Tode der Eheleute Heinrich Lehmacher und seiner Frau treten die Geschwister Schreckenberg in den vollen Besitz derselben. Außerdem hat die Katharina Lehmacher 2 Eichen zum Bau geschenkt sowie die Hälfte der Kaufsumme der Glocke bezahlt. Die andere Hälfte hat ihr Vetter Bertram Sens bezahlt.

Den Bau hat der Zimmermann Michael Lohmar und Michael Schmitz von Bockerodt gemacht und aufgeschlagen. Wilhelm Schreckenberg hat die Maurerarbeit selbst getan. Bertram Sens hat die Fächer mit Tuffsstein mit ausgemauert. Wilhelm Dornbusch aus Rott hat inwendig ausgestreckt und verputzt und außerdem den Boden gelegt. Die Platten habe ich von der Zementfabrik zu Oberkassel geholt durch Joseph Beilschmitt von Bockerodt. Bord und Latte habe ich in Dollendorf bei Gratzfeld erhalten, ebenso Leisten zum Turm. Dachpfannen habe ich zu Boseroth bei Gast erhalten. Das Dach habe ich selbst gemacht. Den Türtritt habe ich in Ittenbach bei Kemp erhalten, den anderen Tritt in Siegburg, die Tuffsteine in Siegburg, Ziegelsteine bei Becker, Niederpleis, Sand in Schmerbroth bei Bröhl. An dem Turm hat Johann Zimmermann von Wellersberg mitgeholfen. Leiendecker Bols von Söven hat ihn gedeckt. Karl Klasen hat den Hahn darauf selbst gemacht und geschenkt.

Fuhrwerk haben die Nachgenannten geleistet: Johann Meis, Witwe Wilhelm Meis, Clemens Lichtenberg, Carl Wierig, Josef Beilschmitt, Wilhelm Lehmacher (Düferoth); sonst haben die Einwohner von Stieldorfer Uthweiler bei der Arbeit mitgeholfen.

Die Statue des hl. Antonius habe ich in Cöln bei Jansen auf der Breitestraße Nr. 44 gekauft; sie kostet 16 Taler oder 48 Mark. Die Gelder dafür habe ich gesammelt. Die Himmelskönigin habe ich von einem Unbekannten geschenkt erhalten; den hl. Joseph habe ich in Bonn bei Willmers gekauft; der hat auch die Himmelkönigin gemacht. Die anderen Statuen haben wir selbst angeschafft. Den Altar habe ich selbst im Winter gemacht sowie 4 Bänke. Das Chorlämpchen hat Klempner Everath Stockhausen aus Oberpleis gemacht, auch die 4 Leuchter an den Statuen.

Überhaupt haben die Einwohner kein Geld dazu gegeben, außer Augustin Schreckenberg (3 Mark) und Johann Reuter (3 Mark).

Im Herbst 1886 war sie fertiggestellt. Herr Pastor Oswald von Stieldorf kam im November am Sonntag-Vormittag mit dem Wagen und segnete es ein zum Bethaus. Michael Weiler von Oberscheuren hat ihn am 8. November gefahren.

Wir halten den Monat Mai zu Ehren der Mutter Gottes mittags Andacht, den Monat Juni zu Ehren des hl. Herzen Jesu.

geschrieben zu Uthweiler am 22. April 1888, Wilhelm Schreckenberg

Die Kapelle musste 1976 dem Bau eines Wohnhauses weichen. Sie wurde von der Freiwilligen Feuerwehr abgebaut und an der jetzigen Stelle auf einem Grundstück von Franz Schurff wieder errichtet und am 13. Juni 1982 vollzog Pfarrer Willi Müller aus Oberpleis die Einweihung.

Eine Beschreibung ist auf einer Tafel neben der Kapelle angebracht. Ein schmiedeeisernes Gitter erlaubt einen Blick in den Innenraum.

Im Altarraum wird eine Reliquie der heiligen Hedwig aufbewahrt, welche Thomas Lissek den Wahlfeldern vermittelte und schenkte. Die Bänke stammen aus der Oberpleiser Pfarrkirche, ebenso die Messdienerklingel; ehemalige Ministranten der fünfziger und sechziger Jahre werden sie wiedererkennen. Die .. schmiedeeisernen Wandlampen zierten in dieser Zeit den „Pfarrsaal" neben der Kirche.

Edgar Zens

Zur Verfügung gestellt von
Willi Joliet: Foto; Edgar Zens: Bericht
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