Segnung eines Mercedes-Benz-Sprinters am 05.10.2002

Abgebildete Personen

Aufnahme: 2002

Segnung eines Mercedes-Benz-Sprinters am 05.10.2002

Im Oktober 2002 übergab Bürgermeister Peter Wirtz im Rahmen einer kleinen Feier vor dem Rathaus in Königswinter der Löschgruppe ein neues Mannschaftstransportfahrzeug. Es handelt sich um einen Mercedes-Benz Sprinter 313 CDI mit 95 KW, Automatikgetriebe, ABS, elektronischer Anfahrhilfe, Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Sicherheitsgurten und Kopfstützen an allen Sitzen, Zentralverriegelung und den für uns wichtigen größeren Laderaum.

Die Einsegnung folgte am 05.10.2002 vor dem Gerätehaus im Rahmen der Michelskirmes. Die Patenschaft übernahmen Christel Bäßgen, die über die Männer ihrer Familie seit über 60 Jahren mit der Feuerwehr Uthweiler verbunden ist, sowie Peter Baker, der Bürgermeister unserer englischen Partnerstadt. Den nach 11 Jahren ausgemusterten MTF erhielt der neue hauptamtliche Gerätewart Ralf Kieserg als Werkstattwagen. Markus Strauch löste Frank Berghahn nach seiner über 10-jährigen Tätigkeit als Jugendfeuerwehrwart ab. Bei seiner Arbeit unterstützen ihn Guido Bäßgen und Alexander Neuenfels.

Zu einem Großbrand kam es am 13.01.2003 in Oberscheuren. Schon auf der Anfahrt war ein heller Feuerschein über Oberscheuren zu erkennen, der nichts Gutes bedeuten konnte. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle brannte die Scheune bereits in voller Ausdehnung und Teile der Dachkonstruktion waren eingestürzt. In dem Gebäude waren unter anderem drei Traktoren geparkt und viele Rundballen Stroh gelagert, die durch das Feuer zerstört wurden. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Bau nicht gerettet werden konnte. Durch das rasche Eingreifen von Nachbarn konnten Pferde und Hunde auf dem Anwesen Jansen aus den benachbarten Stallungen des Reiterhofes in Sicherheit gebracht werden. Ein Angestellter des Betriebes, der in einem Anbau der brennenden Scheune schlief, wurde ebenfalls in Sicherheit gebracht. Durch den böigen Wind kam es zu starkem Funkenflug. Um ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Wirtschafts- und Wohngebäude zu verhindern, wurde die Scheune systematisch abgeriegelt. Mit 5 C-Rohr, einem B- Rohr, einem Mittelschaumrohr und dem von der Drehleiter aus eingesetztem Wenderohr wurde das Feuer bekämpft und war nach etwa einer Stunde unter Kontrolle.

Im Rahmen einer Feierstunde im Remigiushaus in Königswinter am 19.03.2003 überreichten Bürgermeister Peter Wirtz und Stadtbrandinspektor Michael Bungarz unserem Kameraden Bruno Strasser für 25 Jahre Feuerwehrdienst das Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Am 28.11.2003 erhielten dann unsere Kameraden Josef Krämer und Peter Krämer für 35 Jahre Feuerwehrdienst das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. Kreisbrandmeister und Landesfeuerwehr-verbandsvorsitzender Walter Jonas, ebenfalls seit 1968 in der Wehr, hatte bereits das goldene Ehrenzeichen im Sommer aus den Händen von Innenminister Fritz Behrens erhalten. Ihm wurde eine mit der Abbildung des Ehrenzeichens gestaltete Torte überreicht.

Die immer wieder beantragte finanzielle Hilfe zur Renovierung unseres Gerätehauses wurde uns im Frühjahr 2003 zum Teil genehmigt. Dadurch konnte unter Führung unseres Kameraden Josef Krämer die Decke, Wände, Türen und Heizkörper sowie der Boden unserer Fahrzeughalle neu gestrichen werden, nachdem eine Zwischenmauer weggebrochen und eine neue Tür in die Außenmauer eingesetzt worden war. Die Umbauarbeiten wurden 2004 mit dem Umbau der ehemaligen Wohnung im Obergeschoss zu einem großen Gruppenraum mit Teeküche und Toiletten fortgesetzt. Die meisten Arbeiten wurden in vielen Stunden durch Eigenleistung erledigt.

Am 12.08.2004 wurden nach heftigen Regenfällen alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter sowie zwei Löschgruppen aus Bad Honnef ins Gewerbegebiet Wahlfeld alarmiert. Dort war ähnlich wie schon 1992 der Pleisbach über die Ufer getreten und hatte einige Gewerbebetriebe überflutet. Es entstand hoher Sachschaden. Die Einsatzentwicklung der letzten Jahre zeigt, dass von ca. 50 bis 85 Einsätzen der Löschgruppe Uthweiler pro Jahr nur ca. 25% Brandeinsätze sind; jedoch 65% technische Hilfeleistungen und ca. 10% Fehlalarmierungen.

Natürlich war und ist die F.F. Uthweiler nicht nur zu hartem Einsatz bereit und immer dann zur Stelle, wenn es gilt zu helfen. Sie nimmt auch kulturelle Aufgaben und traditionelle Brauchtumspflege wahr. Schon in den 60er Jahren fanden Benefizveranstaltungen zu Gunsten der „Aktion Sorgenkind" statt. Die Standerlöse vom Uthweiler Weihnachtsmarkt kamen in den letzten Jahren der „Elterninitiative krebskranker Kinder St. Augustin e.V." zu Gute. Außerdem helfen die Kameraden zusammen mit dem Tambourcorps mit, das Uthweiler Erntedankfest sowie die Martins- und Karnevalszüge auch in den umliegenden Ortschaften zu verschönern. Sie feiern Michaelkirmes, Feuerwehrfeste, den seit 1989 über die Stadtgrenzen hinaus bekannten „Bayrischen Abend" und beteiligen sich mit vielen Vereinen und Geschäftsleuten seit 1995 an dem Weihnachtsbasar auf dem Platz vor dem Gerätehaus.

Auch die Geselligkeit gehört zum Feuerwehrleben, wie z.B. in Form von gemütlichen Abenden, den alle zwei Jahre stattfindenden viertägigen Ausflügen und vielem mehr. Darüber hinaus werden viele Stunden mit der Aus- und Weiterbildung verbracht. Im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes ist die Wehr ebenfalls in jedem Jahr sehr aktiv.

Vieles mag sich seit der Gründung 1929 verändert haben; doch eines bleibt: Auch nach 75 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr Uthweiler immer noch rund um die Uhr ehrenamtlich für sie da, getreu Ihrem Motto: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!"

Quelle
Festschrift 2004, Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Uthweiler e.V.
Zur Verfügung gestellt von
Willi Joliet (Festschrift)
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