Aufnahme: 2000

Booteigenbau in Berghausen

"Otfried Weber aus Berghausen wollte schon als kleines Kind ein Boot. 30 Jahre nach seinem Wunschtraum ging das Vorhaben nun in Erfüllung. Vor 18 Jahren gab er sich ans Werk und begann mit dem mühseligen Eigenbau eines Segelschiffes. Zuerst studierte er aber Fachliteratur über den Yachtbau. Und trotzdem gab es während der langen Bauzeit noch manche Probleme zu bewältigen.

Der heute 56jährige Bau-Ingenieur für Hoch- und Tiefbau werkelte an seinem Boot sage und schreibe mehr als 10.000 Stunden und opferte für die Erfüllung seines Wunsches ungefähr 85.000 DM. Das Schiff ist 14 Meter lang und 16 Tonnen schwer. Otfried Weber gab seinem Schiff, das er einem Modell nachbaute, den Namen 'deja vu'. (frz. Schon mal da gewesen, zur  Erinnerung an das Originalmodell, das er nachbaute, die Red.) Noch fehlen Verstärkungsseile für den Mast und die notwendigen Segel. Im Oberwinterer Hafen prüfte der Hobby-Schiffbauer kürzlich, ob das Boot auch dicht ist, und es gab nichts auszusetzen.

Weber gehört keinem Bootsverein an und hat auch keine Ausbildung als Schiffsbauer absolviert. Er war jedoch acht Jahre als Matrose unterwegs und absolvierte eine Handelsflottenausbildung. Anfang Februar soll das große Segelschiff einsatzbereit sein. Die Jungfernfahrt will der begeisterte Hobbysegler von Oberwinter aus starten. Sein Ziel ist das Ijsselmeer. In Makkum im niederländischen Friesland wird dann die offizielle Schiffstaufe stattfinden. Übrigens: Die 85 000 DM seien nicht viel, so Weber. Wenn man das auf die Bauzeit umrechne, wären das nur etwa elf Mark pro Tag. Na denn Schiff ahoi!"

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 3 vom 20.01.2000; Foto und Bericht: Günther Steeg
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