Aufnahme: 2000
50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Bockeroth - 30 Jahre Jugendfeuerwehr
Aussstellung in der Volksbank „Löschgruppe Bockeroth früher und heute“
mn. Zu einem Festkommers anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Löschgruppe Bockeroth hatte Löschgruppenführer Jürgen Rietmann am Donnerstag, 29. Juni, in die Zweigstelle Stieldorf der Volksbank Bonn/Rhein-Sieg eingeladen. Uta Gräfin von Strachwitz, die stellvertretende Landrätin, lobte den Einsatz der Wehrleute für die Allgemeinheit und die Sicherheit. Im wahrsten Sinne des Wortes „gehen sie für andere durchs Feuer", und auch die Bockerother Jugendfeuerwehr, die auf 30 Jahre Bestehen zurückblicken kann, wurde hervorgehoben. Als Geschenk überbrachte sie die „curkölnische Brandordnung" aus dem 18. Jahrhundert.
Bürgermeister Peter Wirtz machte in seiner Rede deutlich, dass eine Berufsfeuerwehr für Königswinter unbezahlbar sei und die ehrenamtliche Arbeit nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. In einem kurzen Rückblick auf die Monate Mai und Juni waren allein 50 Einsätze zu verzeichnen, die in ihrer Unterschiedlichkeit zeigen, wie vielfältig die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren sind: Verkehrsunfälle, Häuser öffnen, Evakuierung bei Bombenfund, Wasserschäden und nicht zuletzt Brandbekämpfung. Sein persönlicher Dank wie der der Stadt ging an die Löschgruppe Bockeroth, die auch Unikate in ihrer Ausstattung hat, wie einen Stromerzeuger namens „Muckel" und eine Tauchpumpe, die in Eigenleistung wiederhergestellt worden sind. Der Bürgermeister führte weiter aus, dass die Stadt bemüht ist, die Wünsche bezüglich der Ausstattung weitgehend zu berücksichtigen.
Daneben fanden auch die gesellschaftlichen Aufgaben Erwähnung mit dem Hinweis, dass auch dabei das (Durst)Löschen halt gelernt sein müsse. Mit dem Feuerwehrmotto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" schloss er seine Rede und gratulierte allen Anwesenden mit Namen Peter zum Namenstag. Bernd Walter, der Stadtbrandmeister, der einst selbst der Löschgruppe Bockeroth angehörte und sie auch leitete, hielt einen geschichtlichen Rückblick, der an die Anfänge der Löschgruppe erinnerte, die damals lediglich eine handbetriebene Löschpumpe ihr Eigen nennen konnte. Diese Pumpe ziert auch die Festschrift, die zum Jubiläum herausgegeben wurde. Mit der Gratulation verband der Stadtbrandmeister auch den Wunsch zu einer unfallfreien Heimkehr nach jedem Einsatz.
Mit kurzen Worten verbanden Hermann Balas, der Leiter der Geschäftsstelle der Volksbank, Leo Meis, Löschgruppenführer aus Eudenbach, Jürgen Kusserow (SPD), Karl Schmitz CDU) und Prof. Peter Gola (FDP) die Übergabe von finanziellen Zuwendungen.
Am Rande des Festkommers' wurde Jürgen Rietmann zum Oberbrandmeister befördert und erhielt eine Urkunde, Blumen und die Uniformabzeichen. In der Volksbank war gleichzeitig die Ausstellung „Löschgruppe Bockeroth früher und heute" aufgebaut, die mit viel Mühe zusammengestellt wurde. Viele Bilder zeigen die Anfänge der Löschgruppe und die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren.
Vom 7. bis zum 9. Juli feierte die Löschgruppe Bockeroth ihr diesjähriges Feuerwehrfest. Am Freitag hatte man zur Höllendisco ins Festzelt eingeladen. Mit Tanzkäfig, Beleuchtungseffekten und der entsprechenden Musik waren besonders die Jungen und Junggebliebenen angesprochen, die bis in die frühen Morgenstunden abrockten. Für den Samstagabend stand der Feuerwehrball auf dem Programm. Mitglieder der 16-köpfigen Jugendabteilung verkauften das aufwendig erstellte Jubiläumsheft — auch als CD-ROM erhältlich — und nach und nach füllte sich das Festzelt in der für Bockeroth bekannten Pünktlichkeit. Derweil spielten sich die „Helicopters" warm und konnten zur Hochform finden.
Neben einer Abordnung der befreundeten Feuerwehr aus Trittenheim, die mit 16 Kameraden vertreten war, hatte sich auch ein Feuerwehrmann aus Adenstädt (Niedersachsen) eingefunden, der die Glückwünsche der dortigen Wehr überbrachte. Mit Klaus Wiesehügel (MdB), Kreisbrandmeister Walter Jonas und Stadtbrandmeister Bernd Walter, den Vertretern der Ratsfraktionen und Parteien sowie der Vertreter der Bürger- und sonstigen Vereine der Umgebung und Bürgermeister Peter Wirtz konnte Löschgruppenführer Jürgen Rietmann viele Ehrengäste begrüßen. Daneben war auch die Alters- und Ehrenabteilung der Löschgruppe Bockeroth bestens vertreten sowie Abgesandte der Löschgruppen und -züge der Stadt Königswinter. In seinem Grußwort unterstrich Bürgermeister Wirtz die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für die Stadt Königswinter und brachte den Stolz auf eine solche funktionierende Gruppierung zum Ausdruck. Gleichzeitig verband er dies auch mit dem Dank an die Aktiven, die bei jedem Einsatz für die Allgemeinheit arbeiten und wünschte stets eine gesunde Heimkehr vom Einsatzort.
Bernd Walter, selbst einmal Löschgruppenführer in Bockeroth, dankte den Gründungsmitgliedern, die alle eingeladen worden waren, für ihre Initiative und sagte den derzeit Aktiven zu, dass Wünsche nach Ausstattung bei der Stadt stets ein offenes Ohr finden. Deutlich wurde dies auch bei der Dekoration vor der Bühne, wo die zu Anfang der Wehrgeschichte eingesetzte Handlöschpumpe neben einer dieser Tage in Betrieb genommenen modernen Pumpe stand. Auch der Jugendfeuerwehr dankte Bernd Walter für die guten Voraussetzungen, die dort geschaffen werden, damit später bestens vorgebildete Feuerwehrleute in die Aktivenabteilung übernommen werden können.
Mit einer Runde Bier bedankte sich Jürgen Rietmann dann bei allen anwesenden Gründungsmitgliedern und hatte auch alle ehemalig in der Feuerwehr Aktiven zur Bühne gebeten. Die Gründungsmitglieder erhielten einen Gutschein für einen gemeinsamen Brunch, bei dem sie sich noch einmal über alte Zeiten unterhalten können. Die „Sternschnuppen" lockerten mit ihrem Geschenk an die Löschgruppe— ihren Tänzen — die Stimmung sehr auf und erhielten neben dem Wunsch nach Zugabe einen Riesenapplaus. Der abschließende von Löschgruppe und Publikum gemeinsam ausgebrachte Schlachtruf „Gut Schlauch" klappte auf Anhieb. Zum Abschluss des „Redeteils" dankte Jürgen Rietmann der Nachbarschaft rund um das Festzelt für ihr Verständnis für eine gewisse Lärmbelästigung und versprach eine kleine Entschädigung nach dem Fest. Ohne die Toleranz der Anwohner wäre es unmöglich, überhaupt noch einen Ort für ein solches Festprogramm zu finden, das am Sonntagmorgen seine Fortsetzung in einem Dankgottesdienst fand.
Musikalisch unterstützt durch die Singgemeinschaft startete man in den Tag. Frühschoppen und anschließend ein Familienfest bildeten den Abschluss einer Veranstaltung, die schon mit einem Vorlauf von einem Jahr geplant wurde. Leider hatten die Verantwortlichen keine gute Verbindung zum Wettergott, doch auch der Dauerregen hielt die Besucher nicht ab und tat letztlich der Stimmung keinen Abbruch. Nur die Mitglieder der Löschgruppe hatten trotz Festivitäten den abgerutschten Hang an der Brücke nach Stieldorferhohn zu sichern und auch noch einen Wasserschaden zu bekämpfen. Wie Jürgen Rietmann anmerkte, war aber die Bereitschaft jederzeit durch Freiwillige gewährleistet, die sich für Notfälle auch während des Festes bereithalten mussten.
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