Aufnahme: 1999

75 Jahre Feuerwehr im Oberhau

st. „Jeder einzelne Feuerwehrangehörige leistet seinen Dienst und Einsatz zum Wohle der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Diese Selbstlosigkeit verdient großen Dank und hohe Anerkennung." Das sagte Landrat Dr. Franz Möller beim Festkommers anläßlich des 75-jährigen Bestehens der Eu­denbacher Feuerwehr und des 30-jährigen Bestehens der Jugendwehr in der Eudenbacher Mehrzweckhalle. „30 Jahre Ju­gendwehr stehen darüber hin­aus für drei Jahrzehnte Arbeit mit und im Dienst der Jugend. Jungen Menschen Werte zu vermitteln und für die Ausbildung des Nachwuchses zu sorgen, bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung", so Möller weiter. Er lobte die hervorra­gende Ausbildung der Wehrleute, die trotz beruflicher An­strengung stets für die Belange der Allgemeinheit auch ihren Mann stehen. Er überreichte ein Faksimile einer Brandschutzverordnung aus dem Jahre 1730 von Kurfürst Clemens August, wonach der Bürger­meister im Ernstfalle die Brandglocke läuten mußte, und zwei Briefumschläge, je einen für die 75-jährige und für die 30-jährige Wehr.

Bürgermeister Herbert Krämer gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die innere Einstellung der Feuerwehrleute zu ihrem ehrenamtlichen Dienst in diesen Jahrzehnten sich nicht geändert habe. Seit 75 Jahren leiste in Eudenbach eine Schar Floriansjünger einen unerschrockenen Einsatz für die Be­wohner des Oberhau. Sie würden mit ihrem Einsatz ein wichtiges Zeichen für die Solidarität in der örtlichen Gemeinschaft setzen. Viele Stunden des Ein­satzes seien in diesen
75 Jahren geleistet worden. Füreinander einzustehen sei das oberste Ziel eines Feuerwehrmannes, so Krämer in seinem Grußwort weiter.

Auch er überreichte ein Geldgeschenk, wie auch viele andere Gratulanten. „Die Bemerkung: Die Jugend tut heute nur noch etwas, wenn sie was dafür bekommt, trifft für den Oberhau nicht zu", lobte der Stadtdirektor und Chef der Königswinterer Stadtfeuerwehr, Heinz-Martin Bernert, die Eudenbacher Ju­gendfeuerwehr. Kreisbrandmeister Walter Jonas konnte die Urkunde des NRW-Innen­ministers leider nicht mitbrin­gen. Sie war wohl infolge der Debatte um die Trennung des Justiz- und Innenministeriums noch nicht eingetroffen. Als Geschenk überreichte er ein Tonrelief mit der Ansicht des Schutzpatrons der Feuerwehr, des hl. Florian. Jonas: „Ein solch erfreuliches Ereignis gibt Anlaß, die besondere Bedeutung einer Freiwilligen Feuer­wehr in der heutigen Zeit hervorzuheben. In einer Zeit, in der es eher die Ausnahme als die Regel ist, sich für andere kostenlos und uneigennützig einzusetzen bzw. in Notlagen zu helfen, kann das freiwillige Engagement im Dienste des Nächsten nicht hoch genug ein­geschätzt werden. Dieser Geburtstag ist nicht nur für die Löschgruppe ein Freudentag, sondern für das ganze Dorf. Wenn darüber hinaus über solch lange Zeit eine intensive und sehr erfolgreiche Jugendarbeit betrieben wird, dann ist die Existenz und somit der Schutz der Bevölkerung für die nächsten Jahrzehnte sichergestellt".

Stadtbrandmeister Bernd Walter betonte: „Die zunächst vor allem zum Schutz der landwirtschaftlichen Anwesen gegründete Löschgruppe ist nun­ mehr seit einem dreiviertel Jahrhundert ein Garant für die Sicherheit im Oberbau. Bei al­len Gefahren für Menschen und Tiere wurde wirksame Hilfe geleistet."

Weitere Gratulanten waren der Kreisjugendfeuerwehrwart Harald Schumacher, Ferdinand Templin für die Reservisten-Kameradschaft Siebengebirge, die Rats- und Ausschußmitglieder Harry Kirchhof, Sokrates Theodorikis und Franz Riscop.

Für die Ortsvereine gratulierte Karl-Walter Göbler, der einen „ganzen Sack voller Geld" überreichte. Der Festkommers wurde aufgelockert durch Musikdarbietungen des Musikzu­ges der eigenen Feuerwehr. Nach dem zweistündigen Festkommers fand auf dem Marktplatz der Zapfenstreich unter Dirigent Dieter Bergmann statt. Es musizierten das Tambourcorps der Heisterba­cherrotter „Bergklänge" ge­meinsam mit dem Musikzug der Eudenbacher Wehr. Zu Besuch waren Abordnungen der Feu­erwehren aus Krautscheid, Buchholz, Asbach, Uckerath und Königswinter. Eingeleitet wurde die Darbietung mit dem „York'schen Marsch" und fort­gesetzt mit der Serenade „Gruß aus Kiel", dem „Großen Kur­fürsten Reitermarsch" und „Preußens Gloria". Dann folgte der eigentliche Zapfenstreich, der mit der Nationalhymne endete.

Auf die Festrede des Euden­bacher  Löschgruppenleiters und die Geschichte der Jubiläumswehr kommen wir noch zurück. (Die Red.).

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 11 vom 18.03.1999; Foto: Groote; Bericht: Red.
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Rudolf Pieper (SZ)
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