Aufnahme: 1998
Bundesverdienstkreuz für Ahlrich Bussenius - Verdienste um den Behindertensport gewürdigt
St. Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt der Berghausener Bürger Ahlrich Bussenius für seine jahrzehntelangen Bemühungen um die Integration Behinderter in die Gesellschaft. Selber schwer kriegsbeschädigt, hat er sich beruflich und ehrenamtlich bereits seit 1946 außergewöhnlich eingesetzt.
Bussenius stammt aus Ostpreußen, konnte nach dem Krieg nicht mehr in seine Heimat zurück und wurde in den Harz verschlagen. Im November 1946 wurde er Gründungsmitglied der Ortsgruppe Bad Gandersheim des Reichsbundes der Kriegsopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen. Er wurde Schriftführer, dann Vorsitzender und ist heute Ehrenvorsitzender. Auf Kreisebene übte Bussenius von 1949 bis 1952 das Amt des Kreisvorsitzenden des Kreises Gandersheim und anschließend bis 1955 des Kreises Salzgitter beim Reichsbund aus. Innerhalb des Bundes zählte Bussenius 1947 zu den Gründungsmitgliedern der Versehrtensportgemeinschaft und wirkte einige Jahre als Übungsleiter.
1981 initiierte Bussenius, inzwischen wohnhaft in Berghausen, die Gründung der Behindertensportgemeinschaft Siebengebirge, übernahm den Vorsitz und die Geschäftsführung. Es wurde eine Organisation aufgebaut, die sich über Königswinter hinaus weit in die Region erstreckt. 1982 über nahm der Ausgezeichnete zusätzlich das Amt des Kreissportwartes für den Versehrten-, Behinderten- und Rehabilitationssport des Behinderten-
Sportverbandes NRW im Rhein-Sieg-Kreis.
Landrat Dr. Franz Möller, der die Ehrung vornahm, schloß seine Laudatio mit dem Satz: „Bussenius ist der „spiritus rector“ der Behindertensportgemeinschaft." Bürgermeister Herbert Krämer, der mit den Fraktionskollegen und Vertretern der Verwaltung ein Weinpräsent überreichte, führte in seinem Glückwunsch aus: „Dieser Mann hat das Bundesverdienstkreuz ganz besonders verdient." Er würdigte das Miteinander der Behinderten in den 30 Sportvereinen der Stadt mit ihren 11 000 Mitgliedern und hob die fachlichen Kompetenzen von Bussenius hervor.
Siegfried Becher, stellvertretender Vorsitzender der Behindertensportgruppe in Eitorf, lobte ebenfalls das Engagement von Bussenius trotz des Verlustes des rechten Augenlichtes durch eine Kriegsverletzung. Er habe erkannt, daß für die Rehabilitation der Versehrten der Sport ein sehr guter Einstieg zur Integration in die Gesellschaft ist.
Ahlrich Bussenius hat auch die Sportabzeichenaktion der Behinderten ins Leben gerufen. Er selbst errang das Abzeichen bereits 15-mal. Weitere Redner zur Überreichung des Bundesverdienstkreuzes waren Sebastian Schuster und Hans-Peter Colombo vom Kreissportbund sowie Josef Laven, Bezirksvorsitzender des Behindertensport-verbandes NRW. Mit rührenden Worten bedankte sich Ahlrich Bussenius für die Ehrung, an der auch seine Frau teilnahm, die von Landrat Dr. Möller einen Blumenstrauß erhielt.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.