Ehemalige kehrten nach Eudenbach zurück

Aufnahme: 1997

Ehemalige kehrten nach Eudenbach zurück

St. Wilbert Fuhr hatte die ehemaligen Schüler in die auf dem Flugplatzgelände Mußer Heide bei Eudenbach stationierte Seeberufsfachschule eingeladen. Die damals 14- bis 15-jährigen Jungen waren eingezogen worden und begannen am 1. Mai 43 ihre Ausbildung als Schlosser für den späteren Einsatz auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock". Doch dazu kam es infolge des Kriegsendes nicht mehr. Vier der ehemaligen Mariner waren der Einladung nach Eudenbach gefolgt und kehrten nach über 50 Jahren an die Stätte ihres Kriegseinsatzes zurück. Dabei wurden alte Erinnerungen wieder wach. Z. B. daß sie vom Bahnhof Rostingen zu Fuß nach Eudenbach zur Mußer Heide marschieren mußten. Etwa 100 junge Menschen absolvierten in den beiden letzten Kriegsjahren ihre Ausbildung auf dem Flugplatz Mußer Heide.

Das viertägige Treffen begann mit einem Willkommensabend in der Buchholzer Gaststätte Stroh, wo neben Wilbert Fuhr auch der Buchholzer Bürgermeister Richard Dinkelbach Grußworte sprach. Am nächsten Tag wurde drei Stunden lang das Bundeswehrgerätedepot auf dem Eudenbacher Flugplatz besichtigt. Oberstleutnant Löhr führte seine Gäste durch die Hallen und erläuterte die Funktion des Depots. Bei einer Rundfahrt erkannten die Schlosserlehrlinge von damals vieles noch wieder. Nach einem Totengedenken auf dem Eudenbacher Friedhof traf man sich dann in der Eudenbacher Gaststätte „Zur Post", wo Wilbert Fuhr in einem Diavortrag den Bau des Eudenbacher Flugplatzes in den Jahren von 1936 bis 1941 schilderte. An diesem Vortrag nahmen auch interessiert und diskussionsfreudig Karl Hofmann, Bruno Koll und Hans Schulack teil, die seinerzeit dort dem stationierten Horst-Wessel-Jagdgeschwader JG 6 angehörten.

Auf dem weiteren Programm standen Stadtrundfahrten durch Königswinter, durch Aegidienberg und Eudenbach,
der Besuch des Petersberges und ein Empfang bei Bürgermeister Herbert Krämer im Haus Bachem, wo das Stadtoberhaupt seine Gäste über die Geschichte der Stadt Königswinter, besonders im Zweiten Weltkrieg, unterrichtete. Er überreichte zur Erinnerung an diesen Empfang einige Flaschen Wein. Ihm übergaben die Ehemaligen ein Wappen der Seeberufsfachschule aus dem Jahre 1944, und Helmut Gersbacher überreichte namens des Bürgermeisters von Oberkirchen einen Kupferstich mit einer Ansicht des Ortes. Die Gäste kamen übrigens aus der ganzen Bundesrepublik. Abschluß des Treffens bildete ein Besuch der Veranstaltung „Rhein in Flammen“. An dem Treffen nahm auch der Reservistenverband Siebengebirge unter Oberstleutnant Templin teil.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 19 vom 07.05.1997; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
Räume & Galerien
Aus den Dörfern ringsum Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
Aufrufe
48

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.