Flugmodellschau – Flugzeuge landeten im Park des Hauses Bachem

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1997

Flugmodellschau – Flugzeuge landeten im Park des Hauses Bachem

St. Auf der Wiese im Park des Hauses Bachem landeten am vergangenen Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr zwei Flugzeuge: Eine amerikanische F-86 und eine SU-27 des russischen Herstellers Suchoi. Dabei handelte es sich aber nur um zwei Modellflugzeuge, mit denen Wolfgang Klühr und Thomas Singer in England an der mehrtägigen Weltmeisterschaft für Jet-Modelle teilnahmen und prompt Weltmeister wurden. Bürgermeister Herbert Krämer hatte die beiden Weltmeister von der Modellfluggruppe Eudenbach zu einem Empfang eingeladen. Krämer zeigte sich sehr interessiert für diesen Sport und versicherte, daß der Flughafen Eudenbach so wie er jetzt ist, wohl bestehen bleiben wird. Die Weltmeisterschaft fand vom 29. August bis 7. September in Swindon in England statt.

Wolfgang Klühr mit seinem düsengetriebenen Modell einer amerikanischen F-86 siegte vor 78 Teilnehmern aus 23 Ländern. Thomas Singer wurde Siebter in der Gesamtwertung. Zweiter in der Flugbewertung und gemeinsam mit Klühr und den übrigen deutschen Piloten Teamweltmeister. Bewertet wurden bei der zweiten Weltmeisterschaft in dieser Klasse die Vorbildtreue und die Flugvorführungen. Zusätzliche Punkte gab es für eine gute Lärmdämmung des Antriebs. Die Modell-Jets werden nach dem Vorbild von alten und neuen Kampfflugzeugen gebaut und haben mit einem vorbildähnlichen Turbinenantrieb oder einer als Impeller bezeichneten Kombination von Kolbenmotor und Propeller in einem Schubrohr ein Flugverhalten, daß den großen Vorbildern sehr nahekommt. Wie beim Vorbild stellen diese Modell-Jets, die immerhin so groß sind, daß sie nur mit Mühe in einen normalen Kombiwagen passen, durch die hohe Endgeschwindigkeit und die enormen Belastungen im Flug höchste Anforderungen an Konstrukteur und Pilot.

Für Wolfgang Klühr ist der Weltmeistertitel der Höhepunkt einer langen Erfolgsserie. Mit zehn Jahren machte er unter Anleitung seines Vaters Helmut Klühr den ersten Start auf dem Heimatflugplatz Eudenbach. Seit 1987 fliegt er Jet-Modelle, die er gemeinsam mit seinem inzwischen verstorben Vater mitentwickelte und baute. Vater und Sohn waren schon bald ein erfolgreiches Team: Bereits 1988 gewann Wolfgang Klühr den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft für Jet-Modelle und ein Jahr später den zweiten Platz. Seit 1991 wurde er viermal Deutscher Meister bei diesem Wettbewerb, an dem auch regelmäßig ausländische Piloten teilnehmen. Bei der ersten Weltmeisterschaft 1995 in Neu-Ulm wurde er Zweiter in der Flugbewertung. Seine Modelle und seine Flugkünste konnte Wolfgang Klühr unter anderem bei Flugshows in Orlando in Florida und in Tokio vorführen. Das Modell einer russischen MIG-29 aus dem Haus Klühr gehörte zu den Requisiten des letzten James-Bond-Filmes „Golden Eye“.

Thomas Singer unternahm bereits im Alter von sechs Jahren seine ersten Versuche im Modellflug. Seine größten sportlichen Erfolge waren 1989 der dritte und 1996 der zweite Platz bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft für Jet-Modelle sowie die Qualifikation für die erste Weltmeisterschaft 1995. Da schaffte er den dritten Platz in der Flugbewertung, gemeinsam mit Wolfgang Klühr wirkte er 1989 in den USA bei einem Werbespot des Elektrokonzerns Sony mit. Für den Bau der Flugzeuge benötigen die Weltmeister je etwa 2500 Stunden. Der Wert eines Modells liegt bei rund 8000 Mark. Die beiden Modelle entwickeln eine ungeheure Schnelligkeit. Sie waren in vier Minuten von Königswinter in Bonn. Aber sie dürfen nur soweit man sehen kann, gesteuert werden.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 39 vom 25.09.1997; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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