„Urgestein von Bockeroth": Bundesverdienstkreuz für Josef Wicharz

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1997

„Urgestein von Bockeroth": Bundesverdienstkreuz für Josef Wicharz

St. „Er wird zurecht das Urgestein von Bockeroth genannt." Dies sagte Bürgermeister Herbert Krämer nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Landrat Dr. Franz Möller an den Bockerother Mitbürger Josef Wicharz: „Er hat mehr geleistet als andere Menschen in seiner Bockerother Heimat und leistet heute noch viel für seine Mitmenschen“. Die Verleihung fand in der Bockerother Gaststätte „Friedrichshöhe" statt. Scherzhaft meinte der erste Bürger der Stadt, der für alle Bürger die Glückwünsche aussprach, daß es wohl mit der Demokratie im Bürgerfestausschuß und in der Bürgergemeinschaft nicht weit her sei, da keiner der Anwesenden bei Versammlungen ihm zu widersprechen wagt. Aber er hält die Dorfgemeinschaft zusammen, wenn auch manchmal mit einem harten und rheinischen Wort.

Weitere Redner waren für die verschiedensten Vereine und für die CDU Christian Frings, Wolfgang Wicharz, Bernd Walter, Dr. Josef Gries und Hans Remig. Wolfgang Wicharz dankte dem Bundesverdienstkreuzträger für seinen Einsatz zur Förderung der Jugend und Dr. Griese nannte den Ordensträger einen „unpolitischen politischen Menschen und nach den Worten von Hermann Sack, der durch die Veranstaltung führte, feierte ganz Bockeroth mit. Blumen gab es von Landrat Möller, der die Laudatio verlas, als auch von anderen Gratulanten nicht nur für Irmgard Wicharz, sondern auch für die Mutter Elisabeth, die am Tage der Verleihung 86 Jahre alt wurde. Möller in seiner Laudatio: „Josef Wicharz liegt das Miteinander sehr am Herzen.
Er kümmert sich intensiv um die intakte Dorfgemeinschaft". Josef Wicharz legt aber auch sehr viel Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Bürgervereinen in der Umgebung. Er bemüht sich auch sehr um ältere Mitmenschen. So organisiert er jährlich Altenfahrten. Josef Wicharz ist auch politisch engagiert. Seit vielen Jahren ist er Mitglied in der CDU und Vorstandsmitglied in seinem Ortsverband. Als sachkundiger Bürger war er zwischen 1986 und 1990 Mitglied im Kulturausschuß. Von 1990 bis 1994 gehörte er dem Sportausschuß an. Bockeroth ist der Mittelpunkt seines Lebens und dort engagiert er sich seit seiner Jugendzeit.

Schon 1952 trat er in die Feuerwehr ein. Er war dort Sanitäter, Maschinist und Fahrer sowie Gerätewart. Ebenfalls in jungen Jahren wurde Josef Wicharz Mitglied des Handball-Sportvereiens. Von 1956 bis 1960 war er Trainer und Betreuer der Jugendmannschaft. Von 1971 bis 1574 leitete er als erster Kassierer die finanziellen Geschicke des Vereins. Gleichzeitig bekleidete er das Amt des Platz- und Zeugwartes. Auch im Karneval war und ist Josef Wicharz aktiv. 1962 war er Prinz. Von 1963 bis 1973 gehörte Wicharz dem Elferat von ,Mir komme met" an. Schon legendär ist seine anschließende Amtszeit von 20 Jahren als Bauer im Bockerother Dreigestirn. Das brachte ihm den Ehrentitel „Dauer-Bauer" und „Josef der Ewige" ein.

Besonders aber hat sich Josef in der Bürgergemeinschaft Bockeroth verdient gemacht. Vor 26 Jahren trat er der Gemeinschaft bei und ist seit 16 Jahren ihr erster Vorsitzender. Zum Abschluß der Feierstunde brachte die Singgemeinschaft Bockeroth Josef Wicharz und seiner Mutter ein Ständchen. Beruflich ist Josef Wicharz seit 25 Jahren als Gärtnermeister bei der thailändischen Botschaft tätig. Daher wohnte der Botschafter Thailands, Kamit Pironya, der Verleihung des Ordens bei.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 40 vom 02.10.1997; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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