Abiturient als Missionar auf Zeit

Aufnahme: 1996

Abiturient als Missionar auf Zeit

St. Der 20-jährige Stefan Goebel aus Eudenbach, der im Sommer dieses Jahres sein Abitur am Oberpleiser Gymnasium bestanden hat, ist als „Missionar auf Zeit" für 15 Monate in Puerto Iguazu im sozialen Dienst tätig. Er arbeitet dort in der katholischen Pfarrgemeinde. Getragen wird die Aktion, wie Stefan Goebel kurz vor seiner Abreise der Siebengebirgs-Zeitung erklärte, von den Steyler Missionaren in St. Augustin, zu denen seine Eltern Kontakte pflegen.

Der Einsatzort liegt auf der argentinischen Seite in der Provinz Misiones genau im Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay. Er ist nur 20 Kilometer entfernt von den weltbekannten Iguazu-Wasserfällen, dem größten Naturschauspiel Südmamerikas. Stefan Goebel wohnt dort bei Pfarrer Padre Mario Pedrozo in der Pfarrei Virgen del Carmen. „Missionar auf Zeit" bedeutet auch Laienmissionar. Neben der Tätigkeit in der Katechese, beim Gottesdienst und bei anderen kirchlichen Tätigkeiten liegt der Schwerpunkt der Arbeit in der Betreuung der Straßenkinder der Pfarrei. So wird der junge Eudenbacher seine Mitarbeit in religiöser und weltlicher Sicht anbieten und den Kindern helfen, den Gefahren der Straße entgegenzutreten.

Auf seine Tätigkeit hat sich der künftige „Missionar in der Laienarbeit" durch mehrere Seminare der Entsendeorganisation, der Steyler Missionare, vorbereitet. Außerdem hat er durch die Teilnahme an einem Intensivkurs an einer Sprachschule in Salamanca in Spanien die Landessprache erlernt, denn an seinem neuen Wirkungsort wird nur Spanisch gesprochen. Wenn er um die Jahreswende 1997/98 zurückkehren wird, so seine jetzige Vorstellung, will er Volkswirtschaft studieren. „Das kann sich aber noch ändern, denn die meisten Laienmissionare haben danach Theologie studiert", schränkt Stefan Goebel ein.

Laienmissionare gibt es seit 15 Jahren. In dieser Zeit sind bereits 550 junge Menschen in die weite Welt hinausgezogen, um diese karitative Tätigkeit aufzunehmen. Der Flug von Düsseldorf nach Buenos Aires dauert 12 Stunden, hinzu kommen von dort zum Einsatzort noch 21 Stunden Busfahrt. Zusammen mit Stefan Goebel hat sich ein junger Mann aus Ibbenbüren für die Tätigkeit in der Mission entschieden. Er wird in einer Nachbarpfarrei eingesetzt.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 39 vom 26.09.1996; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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