Aufnahme: 1996

Goldhochzeitspaar Röhn, Quirrenbach - Als Flüchtlinge kennengelernt

St. Wolfgang Röhn und seine Frau Margot, geb. Winne, lernten sich im März 1946 in der Flüchtlingsrückführungsstelle der Stadt Oldenburg kennen. Er, aus britischer Kriegsgefangenschaft entlassen, wollte in seine Heimatstadt Berlin und sie war auf dem Weg zu ihrem Elternhaus in Erfurt. Der gemeinsame Weg in eine andere Besatzungszone dauerte zehn Tage, in denen die beiden sich näherkamen. Noch im Sommer desselben Jahres besuchte Margot ihren Wolfgang in Berlin und blieb bei ihm. Im September 1946 verlobten sie sich und am 12. Oktober wurde in Erfurt geheiratet.

Wolfgang Röhn beendete 1947 die vor der Militärzeit begonnene Ausbildung für die gehobene Beamtenlaufbahn bei der Deutschen Reichsbahn, aber erst einmal arbeitete er als Verkäufer und in einem Busunternehmen. 1959 kam er wieder zur Eisenbahn. Damit war allerdings ein Umzug der Familie mit inzwischen zwei Töchtern nach Westdeutschland verbunden.

Nach Oldenburg beendeten die Töchter in Frankfurt/M. ihre Schulausbildung und zogen nicht mehr mit nach Bonn, wo der Vater 1968 eine Stelle im Bundesverkehrsministerium antrat. Margot Röhn engagierte sich ehrenamtlich beim DRK und wurde Übungsleiterin für Seniorengymnastik und Seniorentanz. Heute leitet sie die Seniorentanzgruppe in Eudenbach, die sie 1985 gründete. Nach Bad Godesberg und zeitweilig einem Wochenendhaus in Hesseln im Westerwald wohnen die Röhns seit 1984 in Quirrenbach.

Auf das schlimmste Ereignis seines Lebens angesprochen, sagte uns der Goldhochzeiter: „Bei einem Fliegerangriff auf Berlin sind meine Eltern am 17. März 1945 umgekommen. „Die Eheleute gehören zur evangelischen Gemeinde Oberpleis. Am Freitag, 11. Oktober, geht um 20 Uhr ein Fackelzug zum Haus der Jubilare. Der Dankgottesdienst ist am Samstag, 12. Oktober, um 11 Uhr in der Kapelle Quirrenbach. Das Dorffest findet am Sonntagabend ab 18 Uhr in der Turnhalle Eudenbach statt.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr.41 vom 10.10.1996; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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