Aufnahme: 1995

125 Jahre Marienkapelle Eisbach

R. Am 7. Oktober 1870 wurde in der neuerrichteten Kapelle in Eisbach von dem Sohn des Dorf es, Dr. Johannes Kirschbaum, die erste heilige Messe gefeiert. Das soll jetzt nach 125 Jahren Anlaß sein, die Geschichte des kleinen Gotteshauses zu schildern. Schon Jahrhunderte vor der Errichtung der Kapelle gab es oberhalb des Dorfes ein „Heiligenhäuschen", an dem Maria als schmerzreiche Mutter verehrt wurde. Daß dieses Bild nicht nur die Dorfbewohner, sondern auch Pilger aus der weiteren Umgebung anzog, beweist ein alter Pilgerweg, der Bittweg, an dem auch heute noch sehr alte Kreuze zu sehen sind. Es wird berichtet, daß an den Wänden des Bildstocks Krücken angebracht waren als Zeichen des Dankes für Gebetserhöhungen. Dort beteten um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Besitzer des Grundstücks, Peter und Anna Maria Kirschbaum, die sich Sorgen um die bevorstehende Geburt ihres ersten Kindes machen mußten. Sie gelobten, im Falle einer glücklichen Geburt eine Kapelle zu errichten. Der Sohn Johannes kam gesund zur Welt und erwies sich als reich begabt. Nach dem Besuch des Marzellen-Gymnasiums in Köln und der Gregoriana in Rom, wo er zwei Doktortitel erwarb, wurde er am 27. 9. 1869 zum Priester· geweiht. Unter großen Opfern und mit der Mithilfe vieler Nachbarn erfüllten die Eltern ihr Versprechen und weihten die neue Kapelle der Rosenkranzkönigin.

Pfarrer Dr. Kirschbaum wurde später Eigentümer der Kapelle. Mit einer kurzen Unterbrechung blieb sie dann immer im Besitz eines Priesters aus der Familie. Der bekannteste von ihnen war Prälat Peter Buchholz, der als Gefängnispfarrer in Berlin-Plötzensee u. a. die politischen Gefangenen des 20. Juli 1944 in ihren letzten Lebenstagen begleitete. Er war sehr oft in Eisbach und hat die Kapelle erweitert und liebevoll ausgestattet. So erhielt das kleine Gotteshaus durch ihn die kostbare gotische Strahlenkranz-Madonna, die heute noch den Altar schmückt. Prälat Buchholz, Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Oberpleis, starb 1963 und fand nach seinem besonderen Wunsch neben der Kapelle seine Ruhestätte. Heute ist die Kapelle im Besitz seines Neffen, Prälat Peter Buchholz aus Aachen. Regelmäßigen Gottesdienst hält Pfarrer i.R. Franz Weber, der in seinem Heimatort Eisbach seinen Lebensabend verbringt. Das jährliche Kapellenfest wird in diesem Jahr mit besonderer Feierlichkeit unter Mitwirkung von Weihbischof Dr. Klaus Dick gefeiert. Das Festhochamt ist am 1. Oktober um 10 Uhr. Nachmittags ist gegen 15 Uhr die Festandacht, zu der nach alter Tradition eine Prozession von der Pfarrkirche in Oberpleis zieht (Aufbruch um 14.30 Uhr). Anschließend laden die Eisbacher zu Kaffee und Kuchen ein.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 37 vom 14.09.1995; Foto: Klaus Reinecke; Bericht: R
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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Aus den Dörfern ringsum Kapellen Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
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