Aufnahme: 1994
Bittweg - Prozession nach Eisbach
Mehr als 100 Pfarrangehörige und Gäste waren am 2. Oktober 1994 der Einladung zur Prozession von der Pfarrkirche über den Bittweg zur Kapelle nach Eisbach gefolgt. Es bereitete ja auch Freude, an diesem schönen Oktobertag über den alten Prozessionsweg zu gehen, vorbei an dem Wäldchen und den Bäumen mit gefärbtem Herbstlaub, um miteinander zu beten und zu singen. Die Eisbacher waren der Prozession mit unserem neuen Kaplan Bruno Nebel bis zu den beiden alten, wieder restaurierten Wegekreuzen entgegengegangen, um an der Segnung durch Pastor Willi Müller teilzunehmen. Wohl alle freuten sich mit, daß die alten Kreuze noch vor dem Kapellenfest hatten restauriert werden können, und auch darüber, daß so viele Pilger sich der Prozession zur Rosenkranzkapelle angeschlossen hatten. Vielleicht war es ein einmaliges Ereignis, daß Bürgermeister Herbert Krämer mit seinen Gästen, dem Bürgermeisterehepaar und dem Katholischen Pfarrer der Partnerschaftsstadt in England an unserer Prozession und der Andacht teilnahmen.
Ziel und Höhepunkt der Wallfahrt aber waren Andacht und Predigt in der Kapelle. Dr. Günther Assenmacher sprach nahe beim Grab von Prälat Peter Buchholz von den "Widerstandskämpfern des 20. Juli 1044, vom Handeln nach dem Gewissen, damals und heute". Nur wenige werden wissen, daß zum Eigentum der Kapelle ein kostbarer Chormantel gehört, der von Papst Leo XIII getragen wurde und der als Geschenk des Kurienkardinals Melcher nach Eisbach kam. In jedem Jahr wird der Chormantel beim Kapellenfest zum Sakramentalen Segen getragen. Nach der Andacht hatten junge Familien und Jugendliche, die um die Erhaltung von Brauchtum und Dorffesten bemüht sind, zu Kaffee und Kuchen im Hof von Gretchen Weber eingeladen. Dort saß man noch lange in froher Gemeinschaft zusammen. Der Erlös wurde, wie angekündigt, für die Restaurierung der Kreuze zur Verfügung gestellt.
Kreuz am Bittweg
Große Hilfe brachte auch eine Spendenaktion der Familien vom Fasanenweg, Kuckucksweg und der Eisbacher Straße. Vonseiten der Pfarrgemeinde wurde ein Zuschuß für die Restaurierung des stadteigenen Kreuzes von 1747 zur Verfügung gestellt. Gefreut haben wir uns auch über den Erlös des Saftladens vom letzten Pfarrfest und über alle Spenden von Pfarrangehörigen, denen die Restaurierung der alten Kreuze ein Anliegen war. Von ganzem Herzen danke ich für alle Hilfe, die zum Erhalt der Kreuze gewährt worden ist. So kamen die Beträge zusammen, die von der Steinmetz Firma Büchel in Rechnung gestellt wurden: 4.000 DM für das Kreuz aus Talit von 1747 und 5.000 DM für das Kreuz aus Sandstein aus dem Jahr 1869.
Mögen sich noch viele Generationen an den alten Wegekreuzen erfreuen!
Im kommenden Jahr ist 125-jähriges Bestehen der Eisbacher Kapelle. Der Eigentümer, Prälat Peter Buchholz, hat den Wunsch, dieses Jubiläum feierlich zu begehen. Weihbischof Dr. KIaus Dick hat sein Kommen zu diesem Jubiläum bereits zugesagt. Auch jeder von Ihnen ist schon zum nächsten Kapellenfest am 1. Oktober 1995 herzlich eingeladen.
Pastor Franz Weber
Restaurierung des Wegekreuzes von 1861 auf dem Bittweg (s. Link unten)
Einen schönen Erfolg konnte die Initiative der Anwohner des Fasanenwegs und des Kuckuckswegs in Eisbach verbuchen. Die Anregung, auf ökumenischer Basis zur Wiederherstellung des Kreuzes beizutragen, fand reges Interesse. Die heimatverbundene Nachbarschaftsgemeinschaft spendete insgesamt den erfreulichen Betrag von DM 1.400,- . Sicher haben sich die Teilnehmer der Prozession von der Kirche in Oberpleis zur Kapelle Eisbach am Erntedanksonntag schon an dem restaurierten Kreuz erfreut.
Irmgard Granitzki
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