Aufnahme: 1994
Sängerfahne des Männerchores Quirrenbach im Heimatmuseum
st. Das Königswinterer Siebengebirgsmuseum ist um eine historische Rarität reicher. In Anwesenheit von Bürger-meister Herbert Krämer übergab der Vorsitzende des Männerchores Quirrenbach, Josef Göbel, Museumsleiter Elmar Scheuren die erste Vereinsfahne des 1906 gegründeten Chores. Bereits beim ersten Stiftungsfest im Jahre 1907 konnte die Fahne eingeweiht werden. Sie kostete damals 211,30 Reichsmark. Das war viel Geld für die nicht gerade betuchten Sänger. Herbert Krämer dankte dem Verein und seinem Vorsitzenden für die wertvolle Leihgabe und meinte, dieses Beispiel sollte Schule machen. Elmar Scheuren bedauerte, daß zurzeit der Platz im Museum knapp sei, doch bald gebe es den Erweiterungsbau und es werde dann leichter sein, historische Erinnerungsstücke unterzubringen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ein Blick in die Chronik des Quirrenbacher Männerchores belegt, daß seinerzeit eine sogenannte Aufnahmeprüfung für neue Sänger abgelegt werden mußte. Das Strafgeld für versäumte Proben betrug 20 Pfennig. Später wurde es abgeschafft, und wer dreimal ohne genügende Entschuldigung der Probe fernblieb, wurde aus der Chorgemeinschaft ausgeschlossen. Im ersten Jahr betrug die Mitgliederzahl 30 und jeder Sänger hatte pro Monat 20 Pfennig für die neu anzuschaffende Fahne zu zahlen. Die Chronik zeugt auch von einem regen Vereinsleben mit Konzerten, Theateraufführungen, der Beteiligung an Dorffesten und Festlichkeiten befreundeter Gesangvereine. Im Ersten Weltkrieg verlor der Chor neun Mitglieder, darunter den Dirigenten Johannes Kirschbaum. Nach dem Zweiten Weltkrieg ruhte das Vereinsleben bis 1947. 1990 wurde die zweite Fahne in der Vereinsgeschichte geweiht. Zurzeit gehören dem Chor 132 aktive und inaktive Mitglieder an.
Josef Göbel bleibt – weiter Vorsitzender
st. Der Männerchor Quirrenbach hat 31 aktive Sänger mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren. Dies teilte Josef Göbel u. a. bei der Jahreshauptversammlung des Chores in der Eudenbacher Gaststätte „Bauernstube" mit. Nach der Entlastung des Vorstandes wurde dieser wie folgt neu gewählt: 1. Vorsitzender Josef Göbel, 2. Vorsitzender Georg Lichtenberg, Schriftführer Wolfgang Kwoczalla, Kassierer Rudi Lichtenberg, Beisitzer Wilfried Schwippert und Peter Braun. Chorleiter bleibt Dirigent Karl-Josef Krahe, der aber von Jürgen Quink unterstützt wird. Krahe blickte auf das vergangene Jahr zurück und gab eine Vorschau auf 1994.
1993 mußten 15 weltliche und fünf kirchliche Auftritte bei 40 Proben durchgeführt werden. An allen Proben nahm Matthias Radermacher teil. Josef Göbel ehrte ihn mit einem flüssigen Geschenk. Nach dem Jahresrückblick von Wolfgang Kwoczalla und dem Kassenbericht von Rudi Lichtenberg erstattete Peter Braun den Prüfbericht. Die wichtigsten Veranstaltungen in diesem Jahr: Erstkommunionfeier, Maiansingen, Stadtjubiläum, gemütlicher Abend am 11. Juni, Fest der betagten Mitbürger am 19. Juni, Waldfest Mitte August, Konzertreise nach Garmisch-Partenkirchen Anfang September, gemeinsames Konzert mit der Feuerwehr Ende Oktober, der Weihnachtsmarkt und zum Jahresende die Gestaltung der Christmette.
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