100 Modellflugzeuge waren in Eudenbach am Start

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1994

100 Modellflugzeuge waren in Eudenbach am Start

st. Die Modellflieger waren erfreut, daß es am Pfingstsonn­tag nicht regnete, aber der kräfti­ge Wind machte den Hobbyfliegern schwer zu schaffen. Das Wetteramt hatte für den Mittag ein Ende des starken Windes angekündigt, aber das war nicht an dem. Die zahlreichen Zuschauer hielten aber trotzdem aus. Es war ein Kommen und Ge­hen am Pfingstsonntag auf dem Eudenbacher Flugplatz. Die Eu­denbacher Modellfluggruppe hatte eingeladen. Sie zeigte ein Schaufliegen der funkgesteuerten Modelle auf der Mußer Hei­de. Vor 24 Jahren fand diese Veranstaltung des 1967 gegrün­deten Vereins zum ersten Male statt. Mit dieser Veranstaltung wollten die Eudenbacher Modellflieger das Interesse für den Modellflugsport wecken und die Jugend für eine sinnvolle Freizeitgestaltung gewinnen.

Die Zuschauer hatten Gele­genheit, die auf der Wiese aufge­stellten rund 100 Flugmodelle aus der Nähe zu besichtigen. Dabei trafen sie auf viele Nachbau­ten bekannter Flugzeugtypen, so Düsenjäger aus Russland und Amerika, auf Viper-Maschinen, Flugzeuge mit Fallschirmspringern, die sich aus den Modell­flugzeugen in die Tiefe stürzten, amerikanische Sportflugzeuge, eine  englische Doppeldecker „Tiger-Moth", Bücher-Maschi­nen, Lockheed-Super-Constel­lation und Segelflugzeuge. Mehrere Stunden dauerte das Nonstop-Programm. Die Flug­zeugmodelle hatten eine Spannweite von 30 Zentimeter bis vier Meter und wogen zwischen 400 Gramm und 20 Kilo. Es wurde Modellkunstflug von Meisterpiloten geboten. Originalgetreue Jets fegten mit 260 Kilometer pro Stunde über den Platz. Hub­schrauberpiloten kamen ebenso auf ihre Kosten wie die Anhänger des fast lautlosen Elektrofluges.

Zu Beginn der Veranstaltung flog ein Modellflugzeug über die Mußer Heide mit der Schrift „Wir begrüßen Sie". Bewunderung bei den Zu­schauern lösten die originalge­treuen Modelle russischer und amerikanischer Düsenjäger aus, hergestellt in mühevoller Arbeit von Helmut Klühn mit Sohn Wolfgang aus Eitorf. Wolfgang Klühn ist sogar Deutscher Mei­ster im Kunstflug mit diesen Mo­dellen.

Drei Jahre Bauzeit benötigte der Erbauer der Piper-Maschine, Klaus Bachmann aus Unkel. Bei diesem Flugzeug handelt es sich um einen Zweizylinder-Motor mit Elektro-Starter. Besitzer des einzigen Flugzeu­ges mit Fallschirmspringern sind Lutz und Arnim Heß aus Hühnerberg.

Die Spannweite eines Doppeldeckers Tiger-Moth aus dem Ersten Weltkrieg beträgt 2,80 Me­ter mit einem 5 PS Benzin-Mo­tor. Wilfried Klose aus Uckerath hatte zur Schau zwei Flugmodel­le mitgebracht. 18 Kilogramm wiegt die Bücher-Zeitmaschine des Oberdollendorfers Heinz Staudt. Die Bauzeit des Modells mit einem Viertaktmotor betrug ein Jahr. Die Spannweite des Flugzeuges mißt 2,20 Meter. Durchweg hatten die Flugzeuge einen oder auch gleich drei Motore. Abschluß und spannender Höhepunkt war eine Fuchsjagd, bei der mehrere Jäger in waghal­sigen Flugmanövern eine von ei­nem Flugmodell „Fuchs" ge­schleppte 40 Meter lange Papierschlange zu kapern hatten, dazu ein Ballonstechen und ein Limbofliegen.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 22 vom 01.06.1994; Foto und Bericht: Günher Steeg
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Rudolf Pieper (SZ)
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