Aufnahme: 1993

Anke Matiba-Kohlhausen gestaltete die Hartenbergkapelle aus

Die Siebengebirgszeitung berichtete:

Bürgerinnen und Bürger gestalteten Hartenbergkapelle

Unansehnlich war das Heiligenhäuschen in Hartenberg geworden. Innen sowie auch die Außenfassade total verschmutzt und um den einzigartig schönen allein stehenden Lindenbaum hatte sich Unrat angesammelt. Das ist jetzt anders geworden. Anke Matiba-Kohlhausen, Mitglied der Königswinterer Künstlergemeinschaft, hat das Innere der Kapelle instandgesetzt und verschönert. Sie gestaltete künstlerisch die Kapellenwände und unternahm unentgeltlich weitere Verschönerungen. Bei einem ihrer Spaziergänge durch die nähere Umgebung fiel der Künstlerin aus Uthweiler der unwürdige Zustand der kleinen Kapelle auf dem Hartenberg auf.

Die Innenwände waren verrußt. Es hat zweimal in dem kleinen Gotteshaus gebrannt. Daraufhin habe sie sich entschlossen, die Gebetsstätte künstlerisch zu gestalten. Die Kapelle befindet sich im Privatbesitz des Bauern Rudolf Meurer. Er war von der Idee Anke Matiba-Kohlhausens begeistert. Viele Spaziergänger blieben trotz des Regens stehen und schauten der Künstlerin bei ihrer Arbeit interessiert zu. Auch andere Bürger waren von der Selbsthilfeaktion begeistert und halfen mit, die Kapelle zu verschönern. So häkelte Marianne Gorzolla aus Bellinghausen eine Altardecke. Ernst Effelsberg, auch aus Bellinghausen, schmiedete ein reichhaltig verziertes eisernes Tor, das nächtliche Vandalen aus der Kapelle heraushalten soll. Gottfried Hönscheid aus Boseroth gab dem Heiligenhäuschen einen neuen weißen Außenanstrich.

Die Stadt Königswinter stellte einen Abfallkorb auf. Der Besitzer selbst will das halbverfallene Dach neu decken, sobald die Ernte eingefahren ist. Die Kapelle hat eine hohe Bedeutung für die Menschen aus dem Pleiser Hügelland. Viele kommen zum Beten dorthin. Ein farbenfrohes modernes Gemälde ziert die rechte Seitenwand. Die Decke wechselt vom dunklen Blau zu leuchtendem Orange und wirkt wie ein Tunnel mit hellem Ausgang an der Altarwand. Die Altarwand selbst ist einfarbig in zartem Orange gehalten. Das gemalte Motiv zeigt einen Vogel, der sein Junges füttert, umgeben von rankenden Pflanzen, Wasser, Sonne und Himmel. Die Künstlerin: „Eine weltliche, naturverbundene Szene der Erquickung, die die Menschen zum Beten verweilen lässt."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 35 vom 02.09.1993
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Aus den Dörfern ringsum Kapellen Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
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