Aufnahme: 1993
Kommunalpolitische Wanderung der Christdemokraten
st. Zu einer Wanderung rund um Pleiserhohn mit einem anschließenden Grillfest hatten der Stadtverband der CDU Königswinter und der CDU-Ortsverband Oberpleis-Heisterbacherrott eingeladen. Eine stattliche Anzahl Wanderer hatte sich an der Anna-Kapelle in Pleiserhohn eingefunden. Dort sprach das Vorstandsmitglied Günther Herr Willkommensworte und gab dann das Wort dem Pleiserhohner Bürger Willi Zerres, der Interessantes von der Pleiserhohner Kapelle zu berichten wußte. Die Kapelle wurde 1885 gebaut. Zum Bau stiftete damals die Bürgerin Christine Weber 3000 Goldmark. Ein Unternehmer aus Rott baute das Gotteshaus, in dem am Anna-Tag und an anderen Festtagen heute noch Gottesdienste zelebriert werden. Zudem wird bei jedem Todesfall in der Kapelle an drei Tagen für den Toten gebetet. 1974 sollte das Gotteshaus renoviert werden.
Aber wer sollte die Kosten tragen? Man suchte den Eigentümer, und das Erstaunen war groß, als man feststellte, daß die Stadt Königswinter als Nachfolgerin der Gemeinde Oberpleis Besitzerin des Kleinodes war. Diese verkaufte 1985 die Kapelle an die Kirchengemeinde Oberpleis für den symbolischen Preis von einer Mark, um ein für allemal von den Renovierungskosten befreit zu sein. Noch eine Besonderheit wußte Willi Zerres zu erzählen. Um die Jahrhundertwende und in den nachfolgenden Jahren lief in Pleiserhohn das Wasser den Berg hinauf. Das war möglich durch „Hydraulische Widder", die an mehreren Stellen in Wiesen und Felder eingebaut wurden. Sie bestanden in der Hauptsache aus einem Windkessel und einem sogenannten „Klopphannes".
Diese Vorrichtungen und dazu sieben Liter Wasser waren notwendig, um genügend Druck zu erzeugen, um ein Liter Wasser nach oben zu befördern. Wenn dann samstags gebadet werden sollte, war zumeist trotzdem der Druck für die höher gelegenen Häuser zu schwach. Die Bewohner mußten sich dann einen anderen Badetag aussuchen. So waren die Pleiserhohner sicherlich froh, als in den 50er und 60er Jahren der Thomasberger Wasserbeschaffungsverband eine richtige Wasserleitung baute, wenn ab dieser Zeit auch das bis dahin kostenlose Wasser bezahlt werden muß. Die CDU-Wanderung ging dann weiter über Felder und Wiesen bergauf und bergab mit dem neuerworbenen Wissen um hydraulische Widder und um den Klopphannes.
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