Prinzenproklamation und Sitzung in Bockeroth

Aufnahme: 1992

Prinzenproklamation und Sitzung in Bockeroth

St. Zum ersten Mal unter der Leitung des neuen Präsidenten der Bockerother Karnevalsgesellschaft „Mir komme met", Wolfgang Wicharz, fand im ausverkauften Saal der Gaststätte „Op dr Hüh" eine Sitzung mit Prinzenproklamation statt. Die Sitzung war ein voller Erfolg. Humorvoll und mit zahlreichen Pointen würzte der noch junge Präsident die einzelnen Darbietungen. Wolfgang Wicharz, der einzige rotbefrackte Karnevalist unter den „schwarzen" Elferratsmitgliedern ist Ur-Bockrother und erst 30 Jahre alt.

Eisbrecher auf dem närrischen Podium waren „De Windbüggele". Ein heiteres Zwiegespräch über „Gott und die Welt" brachten Dietmar Brenner, Geschäftsführer und Mitglied im Elferrat sowie Mike Breer. Dann gehörte die Bühne einer Rockn-Roll-Tanzsportgruppe. Nach den „Flying Christians", einer Stieldorfer Gruppe, musizierten die Musikanten der Feuerwehr unter der Leitung von Karl-Heinz Behr.

Danach kam der Höhepunkt des Abends. Mit Jubel in „Sturmstärke" wurde das Dreigestirn empfangen. Bürgermeister Herbert Krämer, der auch kostümiert erschienen war, oblag die ehrenwerte Pflicht, das Ehepaar Brenner zum Prinzenpaar zu proklamieren. Dietmar I. und Eva I. heißt das charmante Tollitätenpaar. Es wird von Bauer Josef XIX. begleitet. Prinzessin Eva I. ist 31 Jahre jung und in Oberkassel geboren. Sie ist seit vier Jahren Mitglied des Damenkomitees „Mir sen do". Vorher war sie Mitglied und aktive Tänzerin beim Römlinghovener Tanzcorps "Grün-Orange". Die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin ist jetzt Hausfrau und Mutter von drei Kindern;
das vierte ist unterwegs. Seit zehn Jahren ist Eva I. mit Prinz Dietmar verheiratet.

Prinz Dietmar ist ebenfalls 31 Jahre alt und stammt aus Troisdorf. Er ist Geschäftsführer der Gesellschaft. Vorher war er im Tanzcorps bei den Sternschnuppen Bockeroth und bei "Grün-Orange" Römlinghoven. Er ist ein echter Karnevalist. Zu den närrischen elf Geboten verkündete das Prinzenpaar, daß allen Bockerother Frauen und Männer, die hier einen Berliner oder eine Berlinerin ansässig machen wollen, vom Bürgerverein die Ehrenmitgliedschaft verliehen wird. Alle Bockerother werden verpflichtet, für karnevalistischen Nachwuchs zu sorgen, Väter und Großväter zu werden. Für die Frauen wird ein beleuchteter Parkplatz gefordert. Zu Ehren des Prinzenpaares erschien dann Herrmann Sack als „Bockerother Männchen".

Er mischte in den Bockerother Klüngel fein und scharf mit Humor gewürzt in die große Weltpolitik ein.
Die Sternschnupppen aus Bockeroth mit Resi Jonas glänzten mit einer vorzüglichen Tanzdarbietung. Dann ein weiterer Höhepunkt im Stimmungsbarometer der Sitzung. Der Damenelferrat hatte sich eine tolle Idee einfallen lassen. Die einzelnen Mitglieder hatten Puppen gebastelt und ließen diese tanzen. Man lachte Tränen über die ungleichen Tanzpaare aus aller Welt, von Ost und West.

Lauter Probleme in einem Haushalt ohne Mutter kredenzten die „Salzmänner" in einem Zwiegespräch zwischen Vater und Sohn, Sascha und Manfred Salzmann. Die „Zwei mit dem Dreh" besangen die Fehlentscheidungen der Bonner Politik fein vertont und musikalisch dargebracht von Peter Brust und Emil Lohmar. Norbert Niebiossa kam als Enkelkind und brachte schöne Verzällcher über die Großmutter. Nach den „Fründe" aus Eudenbach, Bennerscheid und Berghausen mit Melodien der Bläck Fööß, der Höhner und der Pavaier endete die Nonstopshow mit einem Showtanz der Prinzengarde Bockeroth unter der Regie von Regina Arendt.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 4 vom 23.01.1992; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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