25 Jahre Musikzug Eudenbach

Aufnahme: 1992

25 Jahre Musikzug Eudenbach

St. Es war kein Aprilscherz. Am 1. April 1967 wurde in Eudenbach ein Fanfarencorps der Freiwilligen Feuerwehr gegründet. Das 25-jährige Bestehen wurde jetzt mit einem Festkommers, einem Tanzabend und einem Frühschoppen gefeiert. Zum Festkommers sprach der Leiter der Löschgruppe Eudenbach, Hauptbrandmeister Leo Meis, Worte des Willkommens an die Ehrengäste und schilderte in seiner Festrede die Geschichte des Musikcorps. Danach spielte das Jubiläumsorchester den Marsch „Gladiatoren" und gestaltete auch den musikalischen Rahmen dieses Abends im Feuerwehrhaus. Bürgermeister Herbert Krämer lobte die Wehr und den Musikzug und betonte, daß die Feuerwehr im Oberhau einen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben leiste. Sie sei aber auch stets hilfsbereit, so vor wenigen Wochen bei einem Unwetter, bei dem die Löschzüge der Stadt Königswinter zusammen mehr als 120 Einsätze gefahren haben.

Mit einem Geldgeschenk gratulierte der Bürgermeister im Namen der Stadt. Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz als oberster Chef der Wehr bezeichnete die Atmosphäre bei der „Öggemicher" Wehr als ausgezeichnet. Außerdem besäßen die Blauröcke hier einen Musikzug, der weit und breit im Rhein-Sieg-Kreis seinesgleichen suche. Auch Schmitz sprach seine Glückwünsche mit einem Geldgeschenk aus. Landrat Dr. Franz Möller sah den ganzen Abend nur in fröhliche Gesichter der tüchtigen Musiker. Er hob in seiner Rede zwei Namen hervor, die den Musikzug zur heutigen Blüte gebracht haben: Die Familie Meis in verschiedenen Generationen und den vieljährigen Dirigenten Karl Heinz Müller. Der Musikzug, den er als „Stabsmusikcorps von Eudenbach" bezeichnete, habe durch seine Darbietungen weit und breit Freude gemacht und sei nicht nur national, sondern auch international bekannt.

Kreisbrandmeister Walter Jonas überreichte namens des Kreises eine Floriansfigur und eine finanzielle Hilfe zur Beschaffung von Noten und Instrumenten. Ihm sei um die Zukunft des Musikzuges nicht bange, denn in diesem Klangkörper herrsche ein guter Geist, betonte er. Und dieser Geist dürfe nicht gelöscht werden, ermahnte Pfarrer Nies die Feuerwehrleute, wenn auch sonst viel gelöscht werde. Er überreichte für die Jugendarbeit einen Obulus. Anno Klant überbrachte die Glückwünsche der zehn Löschgruppen der Stadt Königswinter. Karl-Walter Göbler vom TuS Eudenbach schenkte 217 DM, das sind alle Münzen der letzten 25 Jahre mal 25.

Für zehn Jahre Dirigententätigkeit wurde Karl-Heinz Müller die Ehrennadel der Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Volksmusikerverbände überreicht. Hermann Meis ist seit 23 Jahren im Musikzug und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Für zehnjährige Mitgliedschaft zeichnete Landesstabführer Werner Ketzer Anno Ditscheid, Stephan Ennenbach, Thomas Gilgen, Stefan Hombeuel, Werner Limbach, Leo Meis, Rita Meis, Rüdiger Otto und Dietmar Stockhausen mit der Ehrennadel in Bronze aus.

Zur Geschichte des Musikzuges: Im Januar 1967 wurde anläßlich der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eudenbach die Gründung eines Fanfarencorps beschlossen. Das hatte eine Vorgeschichte: Im November 1966 war in Eudenbach eine Einsatzübung der Feuerwehren des damaligen Amtes Oberpleis angesetzt worden, zu der das Tambourcorps der Feuerwehr Uthweiler den musikalischen Rahmen geben sollte. Man entzündete zwei Fässer mit Nitrolackresten, um den Zuschauern auch den optisch richtigen Eindruck von Flammen und Rauch zu vermitteln.
Die Flammen, die mächtig aus den Fässern schossen, wurden kleiner und erloschen schließlich ganz, bevor die Eudenbacher Wehrleute den angenommenen Brandherd erreicht hatten. In die Eudenbacher Ratlosigkeit hinein spielte dann das Tambourcorps Uthweiler das Lied vom St. Martin. Das traf die „Öggemicher" schwer. Ärger und Wut waren nicht zu beschreiben.
Die Oberhauer sprangen im Dreieck. Es stand fest: „Die Uthwieler, die hann me net mie nüdisch, me jründen selver en Tambourcorps“.

So gründeten dann am 1. April 1967 16 Feuerwehrkameraden — elf Fanfaren- und fünf Trommler — das Corps.
Es waren dies: Günther Aschik, Helmut Bellinghausen, Hermann Bernhard, Willi Büllesbach, Ernst Bossmann, Wilfried Ditscheid, Karl-Walter Göbler, Richard Henseler, Günter Klama, Hermann Meis, Winfried Narres, Heribert Schmitz, Heinz Schumacher, Heinz Sasse, Hans-Walter Saal und Rudi Zumhoff. Die Leitung übernahm der Oberfeuerwehrmann Winfried Narres, tatkräftig unterstützt vom damaligen Oberfeuerwehrmann Hermann Meis, der sich bis vor kurzem dieser Aufgabe mit vollem persönlichen Einsatz widmete und im Jahre 1990 das Amt des Technischen Leiters an den Oberfeuerwehrmann Franz-Josef Stupp abgegeben hat.

Schon im Sommer des ersten Jahres konnten die ersten öffentlichen Auftritte erfolgen. Bis zum heutigen Tag sind über 170 Mädchen, Jungen, Frauen und Männer musikalisch tätig gewesen, teilweise heute noch dabei und haben aus dem damaligen Fanfarencorps den heutigen Musikzug geformt. 1976 wurde die Musikvereinigung um viele Instrumente erweitert, ebenfalls das Repertoire. Es umfaßt heute Volksmusik, klassische Musik und Musicals. Bis zum Jahre 1981 waren alle Musiker gleichzeitig noch tätig als aktive Feuerwehrleute oder sie gehörten der Jugendfeuerwehr an.
Von den derzeit 40 Musikern sind heute nur noch acht aktive Feuerwehrkameraden.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 33 vom 33.08.1992; Foto und Bericht: Günther Steeg
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Rudolf Pieper (SZ)
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