Aufnahme: 1992

Wertvolles Schmuckstück gefunden - Aufführung eines Theaterstückes in Mundart

St. Kräftig gelacht wurde im Eudenbacher Pfarrheim bei der Aufführung des Mundartstückes von Annelore Broscheid mit dem Titel „Wertvolles Schmuckstück gefunden". Veranstalter war die Frauengemeinschaft, und so war es nicht verwunderlich, daß an diesem Nachmittag hauptsächlich Frauen das Pfarrheim bis auf den letzten Platz füllten. Frau Fuddelmeier, Witwe und Hausbesitzerin, gespielt von Angelika Limbach, wohnt in einem kleinen Dorf, das durchaus Eudenbach sein könnte. Sie ist in punkto Mode immer tonangebend und hat plötzlich in der en Nachbarin eine Konkurrentin gefunden.

Aus Eifersucht verfällt sie nun auf den Gedanken, dieser Nachbarin einen Streich zu spielen und sie öffentlich lächerlich zu machen. Ihr Plan wird unterstützt von Frau Köttelkess in Gestalt von Maria Koll, einer anderen Nachbarin. Eine goldene Halskette, die ihre Nichte aus Amerika geschickt hat und die sie fälschlicherweise für unecht hält, muß für diesen Plan herhalten. Die Kette wird auf ihre Veranlassung hin von ihrem Dienstmädchen Kättchen, dargestellt von Christina Broscheid, gerade in dem Augenblick vor ihrem Haus gefunden, als besagte Nachbarin vorbeikommt. Ein Schild mit dem Hinweis „Wertvolles Schmuckstück gefunden. Verlierer kann es bei Frau Josefa Fuddelmeier abholen" wird an das Tor gehängt. Aber die Wirkung bleibt aus. Die Nachbarin reagiert nicht. Stattdessen melden sich aber andere Frauen, die das „Schmuckstück" als ihr Eigentum ausgeben.

Es kommt zu heftigen und derben Auftritten. Und zuletzt taucht noch eine Schwindlerin auf, die sich als Kriminalpolizistin ausgibt, den Schmuck kurzerhand beschlagnahmt und schnell damit verschwindet. In den ganzen Tumult platzt Nichte Appolonia, erfährt zu ihrem Schrecken was geschehen ist und erklärt das Schmuckstück für echt und sehr wertvoll. Frau Fuddelmeier muß nun zu ihrem großen Leid die Richtigkeit des Sprichwortes erfahren „Wer andern eine Grube gräbt fällt selbst hinein". Weitere Rollen und Darstellerinnen: Bäuerin Knöstisch (Marlies Meier), Bäuerin Tuffelskopp (Hannelore Heinrich), Bäuerin und Stotterin Trina Nukkes (Gretchen Klein), Mänes, der Ehemann von Frau Nukkes (Elisabeth Münch), Punkerin Mia Aapefeld (Renate Weber), Schwindlerin Kning (Josefine Limbach) und Appolonia, die Nichte von Frau Fuddelmeier (Brigitte Winterscheid).

Der lustige Nachmittag begann mit der Vorstellung des neugegründeten Frauen-Singkreises unter der Leitung von Maria Hombeuel, der mit drei Volksliedern erfreute. Dann trug die Vorsitzende der Frauengemeinschaft, Annelore Broscheid, ein selbstverfaßtes Gedicht auf alle mit Namen Katharina, die an diesem Tag Namenstag hatten, vor. Anschließend gab es für alle anwesenden Katharinas (Kättchen, Trina, Trinchen, Katrin, Katring, Kathrinchen und Ketti) ein Blumenangebinde. Tanja Pinnen erfreute mit zwei Musikstücken auf der Querflöte. Damit er jetzt im Winter keine kalten Füße bekommt und noch oft den Weg von Oberpleis nach Eudenbach findet, schenkten die Frauen dem ehemaligen Eudenbacher Pastor Josef Weiler ein Paar Socken. Weiler bedankte sich in Öggemicher Platt für diese Überraschung und betonte, daß er von den Socken sei und sich noch oft auf die Socken machen werde. Bis zum Beginn des Theaterstückes unterhielt dann Irene Weingartz mit ihrem Quetschbüggel.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 49 vom 03.12.1992; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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