Aufnahme: 1991
Überraschendes Wiedersehen mit ehemaligem Kriegsgefangenen - Toni Wasserheß (rechts) und sein französischer Freund Guy Robert Chailland
st. Frohes Wiedersehen nach fast 50 Jahren. Da stand er plötzlich vor dem Anwesen von Toni Wasserheß in Berghausen: der Franzose Guy Robert Chailland. Drei Jahre hatte es als französischer Kriegsgefangener im landwirtschaftlichen Anwesen der Wasserheß gearbeitet. Nun stand er mit Tochter und deren Freundin vor der Tür in Berghausen.Toni Wasserheß erkannte den damaligen Helfer nicht mehr wieder, denn immerhin war er inzwischen genau wie auch Toni älter geworden. Guy Robert Chailland zählt nun schon 77 Lenze. Erst als er in französischer Sprache fragte: „Bist Du der Toni?" erinnerte sich dieser an den französischen Freund vor fast 50 Jahren. Man umarmte sich und groß war die Freude. Man wurde des Erzählens nicht müde und alte Erinnerungen wurden ausgetauscht.
Bereits in den ersten Kriegsjahren wurden die Franzosen als Kriegsgefangene in der Landwirtschaft eingesetzt. In Berghausen waren sie damals in der Gaststätte „Müllers Marie" untergebracht. Die Fenster waren dort vergittert. 1942, Vater Friedrich Wasserheß hatte gerade einen Schlaganfall erlitten, wurde der damals 28-jährige Robert Chailland dem Hof Wasserheß als Arbeitskraft zugeteilt. Er wurde dringend benötigt, denn alle fünf Brüder des damals 15jährigen Toni mußten den Soldatenrock anziehen. Schnell wurde Robert in die Familie aufgenommen. Er melkte zuerst zusammen mit Mutter Christine Wasserheß die Kühe. Dann wurde mit den Pferden aufs Feld gezogen. Die Verständigung klappte mit Händen und Füßen. Toni Wasserheß lernte dabei auch etwas französisch, an das er sich jetzt wieder erinnerte. Wenn es schwierig wurde, half ein kleines Lexikon, das, schon reichlich vergilbt, heute noch existiert.
Die Nazis hatten zwar den Wasserheß den familiären Umgang mit dem jungen Franzosen verboten. Trotzdem saß Robert Chailland stets mit am Tisch. Dann wurde Toni Wasserheß trotz seiner Jugend noch Soldat und Robert kehrte später nach Frankreich zurück. Die Freunde verloren sich aus den Augen, bis man sich wiedertraf. Seit dem Besuch in Berghausen ist der Briefkontakt nicht mehr abgebrochen. Einmal war Toni Wasserheß bereits in Frankreich. Und dann kam die Partnerschaft mit Cognac. Eine gute Gelegenheit jetzt mit dem Partnerschaftsverein nach Frankreich zu fahren denn nur wenige Kilometer von Cognac entfernt ist der französische Freund zu Hause. Und so gab es nun ein Wiedersehen unter Freunden aus dem Kriege. Ein weiteres Wiedersehen, diesmal in Deutschland, wurde schon vorbereitet: am ersten Oktoberwochenende zum Winzerfest in Königswinter.
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