Aufnahme: 1990

Über 50 Jahre betreute Willi Reuter ein Wegekreuz in Berghausen

st. Schon im Alter von 13 Jahren sorgte sich Willi Reuter aus Berghausen, Bitzer Weg 17, um die Erhaltung eines Wegekreuzes ganz in der Nähe seines Elternhauses. Eines Tages auf dem Weg zur Schule sah er dieses Kreuz im Graben liegen. Er legte seine Schultasche zur Seite und richtete das Kreuz aus dem mit Wasser gefüllten Graben wieder auf. Auf dem Nachhauseweg befestigte er die Gebetsstätte. Als Willi Reuter dann später Soldat wurde, nahm er sich etwas vor: Sollte er aus dem Kriege zurückkehren, wollte er sich um das Kreuz und seine Pflege zeit seines Lebens kümmern. Er wurde schwer verwundet - noch heute leidet er unter den Kriegsverletzungen. So konnte er nach seiner Heimkehr zunächst nicht sein Versprechen einlösen. Zudem fehlte es in der schlechten Zeit auch an den nötigen Materialien.

Doch schon bald gelang es ihm, Farbe zum Anstrich für das Kreuz zu bekommen. Als Willi Reuter bei den Königswinterer Lemmerzwerken beschäftigt war, erhielt er dort Zinkblech für eine Überdachung der Gebetsstätte. Im vorigen Jahr renovierte Willi Reuter das Kreuz von Grund auf. Er schuf ein breites Holz- und Schieferdach. Auch für einen Schutz gegen die Witterungsunbilden sorgte Willi Reuter hinter dem Kreuz. Nach dem letzten Anstrich leuchtet das Kreuz heute nun in den Farben schwarz, silber, gold, rot, weiß und beige. Das Holzkreuz zeigt die Dornenkrone, die Hände Christi, das Leinentuch, das durchstochene Herz, den Kelch des Leidens und die durchnagelten Füße. Bunte Blumen schmücken die Fläche um das Kreuz, eingefaßt von Bruchsteinmauer und einer Leuchte. Seit nunmehr 55 Jahren ist diese Kreuz Willi Reuter ans Herz gewachsen. Das Wegekreuz wurde 1828 errichtet. Damals war dort ein Kutscher tödlich verunglückt.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 31 vom 02.08.1990; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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