Aufnahme: 1988
Mit Freude helfen - Wohltätigkeits-Veranstaltung der Bockerother „Sternschnuppen" in der Oberpleiser Aula
F.W.St. Kleine Balletteusen laufen durch die gut besuchte Aula des Schulzentrums und warten am Samstag, dem 3. September, auf ihren großen Auftritt. Wolfgang Theisen, der die gesamte Veranstaltung kommentiert, begrüßt die Besucher und kündigt zunächst die Sängerjugend Siebengebirge an. Der bekannte Stadtchor unter der Leitung von Ingrid Goethe-Fliersbach — gerade von einer Tournee aus der Sowjetunion zurück — erfreut mit seinem Gesang.
Danach übermittelt Robert Visarius, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZNS (für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems) und Bundesschriftführer des BDH die Grüße von Hannelore Kohl, der Frau des Bundeskanzlers. Er stellt dar, was ZNS bedeutet und welche Hilfe hier geleistet wird.
Die Ottenhöfener Kurkapelle unter der Leitung des Vizepräsidenten Kurt Ziesel begeistert dann mit einem Potpourrie bekannter Lieder. Die Bekanntschaft dieser 50 Mann starken Kurkapelle machten die „Sternschnuppen" bei einem Besuch im Schwarzwald. Die Ottenhöfener waren sofort bereit, für einen so guten Zweck in Oberpleis zu spielen. Die Kapelle wurde 1900 als Holzhauerkapelle gegründet. Sie ist durch Funk und Fernsehen bekannt geworden.
Jetzt haben die vier- bis sechsjährigen „Sternchen" unter Leitung von Anke Höfgen ihren Ballettauftritt. Eine Darbietung, die Begeisterung auslöst. Ein etwa zweijähriges „Nachwuchs-Sternchen" gesellt sich außerprogrammäßig dazu und versucht die ersten Ballettschritte. Ein weiterer Höhepunkt sind die kleinen Japaner Kimko (11), Kyondo (10) und Dangulo (9). Die Kinder, gerade von einer sechswöchigen Japantournee zurück, überraschen mit sechshändigem Spiel auf dem Flügel. U.a. werden Werke von Brahms, Ernst Bach und Strauß dargeboten. Profihaft vorgeführt werden die Ballettdarbietungen der älteren Mädchen, ebenfalls unter der Leitung von Anke Höfgen. „Tanz der Mädchen" und „Tanz der Stunde" begeistern die Zuschauer. Solotänzerin ist Sabine Freund. Mädchen aus St. Augustin verstärken die Oberpleiser Ballettgruppe.
Auftritte der „Sternschnuppen" - hier tanzt Heike Steeg als Solotänzerin — sowie musikalische Einlagen der Ottenhöfener Kurkapelle sorgen für immer neue Höhepunkte. Ein weiterer musikalischer Leckerbissen ist die Musik der aus dem Südwestfunk bekannten Brüder Robert und Edgar Brenner. Mit Klavier und Zylophon geben sie eine Kostprobe ihres Könnens.
Wer will, kann dann selbst das Tanzbein schwingen. Für das leibliche Wohl ist auf das Beste gesorgt. Kuchen, Getränke und Erbsensuppe sorgen für das Wohlergehen. Der Erlös wird für die gute Sache gestiftet. Darüberhinaus kann eine Langspielplatte und eine Kassette der Ottenhöfener Kurkapelle erworben werden. Zwei Mark Gewinn hiervon werden ebenfalls gespendet. Im Foyer sorgt die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) mit Informationsmaterial für gesundheitliche Aufklärung und gibt Tips für gesundheitsbewußte Lebensführung. Erlöse aus Seh- und Reaktionstests sowie Blutdruck- und Lungenvolumenmessungen fließen in den Spendentopf.
Der Luftkurort Ottenhöfen informiert ebenfalls mit einem Informationsstand. „Hierhin fahren wir demnächst in Urlaub", höre ich einen Mann zu seiner Frau sagen. Stolz und zufrieden können Resi Jonas und alle ihre Mitarbeiter mit diesem Erfolg sein. Stolz ist auch Bürgermeister Günter Hank, der in seiner Begrüßungsrede u. a. sagt: „Ich bin stolz, daß eine solche Veranstaltung in der Stadt Königswinter stattfindet. " Das Kuratorium ZNS wurde ins Leben gerufen, um Menschen zu helfen und um Unfallopfern und ihren Angehörigen beizustehen. Sie sollen bessere Chancen haben, zu einem normalen Leben in Familie und Beruf zurückzukehren. Eine derartige Wohltätigkeitsveranstaltung führte das Bockerother Tanzcorps „Sternschnuppen" erstmalig 1986 mit großem Erfolg durch. Der Präsidentin des Kuratoriums ZNS, Hannelore Kohl, konnte damals ein Scheck von über 4000 DM überreicht werden. Die Idee dieser Hilfsaktion wurde bei einer Darbietung mit einer Abordnung des Tanzcorps auf einem politischen Bankett im Bundeskanzleramt geboren. Hannelore Kohl war von der Darbietung der Bockerother begeistert und bedankte sich mit einem Bild und einer persönlichen Widmung.
Ganz richtig schreibt Bürgermeister Hank in seinem Grußwort zum 25-jährigen Bestehen des Tanzcorps „Sternschnuppen" Bockeroth u. a.: „Sternschnuppen sollen Glücksbringer sein, wenn sie am Himmel aufleuchten, wir aber haben sie selbst. Deshalb freue ich mich als Bürgermeister mit allen Bürgern der Stadt über unsere heimischen Sternschnuppen, die nicht nur als kurzer ,Lichtblick', sondern bereits seit 25 Jahren zur Freude aller Glanz und Frohsinn bereiten.“ Und das war vor vier Jahren.
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