Aufnahme: 1987

Kamen die Ahnen von Tünnes und Schäl aus Rübhausen?

Nach den interessanten Funden, die unser Mitbürger Heinz Wolter gemacht hat, kann kein Zweifel mehr daran bestehen, daß es in Rübhausen eine vorgeschichtliche Siedlung gegeben hat. Tonscherben aus der älteren und jüngeren Eisenzeit und ganz besonders einige Urnengräber beweisen, daß dort über längere Zeit Menschen gelebt haben. Die bisherige These der Wissenschaftler: "Das Pleiser Hügelland ist kein vorgeschichtliches Siedlungsgebiet" kann deshalb nicht mehr aufrecht erhalten werden. Einige Funde (Feuersteinwerkzeuge und ein Steinbeil ) weisen sogar bis in die Steinzeit zurück. Merkwürdigerweise fehlen Funde aus dem 1. bis 4. Jahrhundert; erst mit dem Beginn der ersten Rodeperiode (5.-8. Jahrhundert) setzen sie wieder ein. Wurde die Siedlung zu Beginn der Römerzeit aufgegeben?

Nun wissen wir gerade aus dieser Zeit von einer  kleinen "Völkerwanderung"; nach der Vernichtungsschlacht Caesars gegen die Eburonen im Jahr 53 v. Chr. war das Gebiet zwischen Rhein und Maas menschenleer und verödet . Dadurch war die Sicherheit der römischen Rheingrenze natürlich sehr beeinträchtigt. Der römische Historiker Strabo berichtet aus dem Jahr 38 Chr., daß der Feldherr Agrippina den römerfreundlichen Stamm der Ubier nach ihrem eigenen Willen auf das linke Rheinufer herübergeführt habe. Als Hauptort gründete er das "oppidum Ubiorem", die Stadt der Ubier - das heutige Köln.

Sollten sich die "Ur-Rübhausener" dieser Wanderung angeschlossen haben? Zwar war die Ursprungsheimat der Ubier etwas weiter südlich: im Neuwieder Becken, an der unteren Lahn und im Taunus. Aber es liegt nahe, daß auch andere rechtsrheinische Germanen den Ubiern folgten; das fruchtbare Land und der Schutz durch die römische Armee lockten zweifel los. Es ist also gar nicht so abwegig anzunehmen, daß unter den ersten Kölnern auch Menschen aus unserer Heimat waren.

Im Gegensatz zu heute, wo in Rübhausen nur gute Menschen wohnen, mag unter jenen Emigranten auch ein  Bösewicht gewesen sein. Dann hätten sich die Kölner nach zweitausend Jahren gerächt: Sie schickten einen Pastor ins Pleiser Hügelland.•••!

Quelle
Pfarrfamilie Nummer 1, Februar - März 1987
Zur Verfügung gestellt von
Edith Jarzombek / Pfarrarchiv - St. Pankratius Oberpleis Siedlungsspuren aus ältester Zeit
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