50 Jahre Singgemeinschaft Bockeroth

Aufnahme: 1987

50 Jahre Singgemeinschaft Bockeroth

gst. Gesungen wurde in Bockeroth schon immer. Am 3. März 1926 wurde im Lokal Lehmacher der Männergesangverein Bockeroth-Düferoth gegründet. Schon zu Beginn zählte der Verein, der von Heinz Hönighausen dirigiert wurde, 26 Mitglieder. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Michael Lehmacher, Mathias Steinhauer, Heinrich Olbrück, Peter Lehmacher, Michael Klein, Johann Wicharz, Johann Steinhauer, Johann Söndgerath, Mathias Mohr, Mathias Brenner, Heinrich Fuchs, Peter Wicharz I und Peter Wicharz II, Johann Brenner, Jakob Zavelberg, Heinrich Hönighausen I und Heinrich Hönighausen II, Johann Pütz, Josef Meurer und Wilhelm Alterrath.

Im Laufe der Zeit kamen weitere Sänger hinzu. Zu einem der ersten Auftritte zählte das Volksspiel „Fröhlicher Herbst", welches vom Dirigenten Heinz Hönighausen selbst inszeniert worden war und am 16. Oktober 1927 aufgeführt wurde. Bei dem Auftritt wirkten fast 50 Personen mit; eine große Leistung für einen so jungen Chor. Zu einem Verein gehört auch eine Fahne, die 1930 geweiht wurde. Auf der Fahne, die in Handarbeit gefertigt wurde, befindet sich ein Bildnis der „Loreley".

Somit wäre also heuer das 61. Stiftungsfest zu feiern. Doch es kam anders. Am 14. Februar des Jahres 1937 wurde eine Versammlung der Jungfrauen von Bockeroth-Düfereoth einberufen. Dort wurde die Gründung eines Gemischten Chores eingehend besprochen. Daraufhin baten sieben ehrbare Jungfrauen um die Aufnahme in den bis dahin bestehenden Männerchor. Es waren dies: Gertrud Ollbrück, Katharina Wicharz, Helene Wicharz, Maria Otto, Anna Wicharz, Lieschen Beielschmidt und Maria Pütz. Mit der Aufnahme dieser sieben Jungfrauen wurde der Chor in einen Gemischten Chor umgewandelt, nachdem man durch die Zeiterscheinungen Schwierigkeiten bekam und es mit dem Männerchor immer mehr bergab ging. Und mit der Aufnahme der Jungfrauen in den nunmehr Gemischten Chor schlug die Geburtsstunde des Chores, dessen 50. Geburtstag nunmehr gefeiert wurde.

Die Feierlichkeiten begannen am Samstagabend mit einem festlichen Gottesdienst. Dabei verschönerte der Chor, der sich übrigens seit 1982 „Singgemeinschaft" nennt, die Eucharistiefeier mit Teilen aus einer Messe von Haydn. Während der Eucharistiefeier wurde die neue Fahnenschleife geweiht. Zum Sonntag hatte der Jubelchor befreundete Chorgemeinschaften aus der Umgebung zu einem Freundschaftssingen eingeladen. Eröffnet wurde diese Art musikalischer Frühschoppen mit einem Musikbeitrag der „Pleistal-Bläser", die auch während der vierstündigen Matinee mehrmals aufspielten.

Vorsitzender Johannes Wicharz begrüßte zahlreiche Ehrengäste und blickte zurück auf die vergangenen 50 Jahre Singgemeinschaft. Den Reigen der Gesangsdarbietungen eröffnete der Jubiläumschor mit den Weisen „Nur Ihm die Ehre" von Dr. Bauer-Mörs/Partner und die Volksweise „Nun will der Lenz uns grüßen". Bevor Ehrungen im Mittelpunkt des Vormittags standen, verschönerten noch die "Rauschendorfer Gemütlichkeitssänger" die morgendliche Veranstaltung mit der „Sonntagsseele" von Bein und Melodien des Wonnemonats Mai.

Mit Blumensträußen ehrte der Vorsitzende die noch lebenden Gründungs-Jungfrauen, die aber inzwischen nach den Worten von Johann Wicharz „gestandene Damen" geworden sind: Helene Schumacher geb. Wicharz, Maria Pütz geb. Otto, Lieschen Gratzfeld geb. Beielschmidt und Maria Krämer geb. Pütz.

Stellvertretender Bürgermeister Herbert Krämer sprach die Glückwünsche der Stadt aus und überreichte als Jubiläumsgeschenk 500 Mark. Finanzielle Spritzen für die Anschaffung von Noten überreichten auch die örtliche CDU, die Stadt-CDU und die FDP.

Melodien von Mendelsohn-Bathholdy Heinrich, Rische, Simoniti, Pracht und Lingerhand boten der Kirchenchor Stieldorf, der „Verein der Liederfreunde Dambroich", der Kapellenchor Uthweiler und die Oelinghovener „Frohsinn"-Sänger. Das Finale bestritten alle Chöre und alle Besucher mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Der Mai ist gekommen". Spannung löste eine reichhaltige Tombola aus. 

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 21 vom 21.05.1987; Foto und Bericht: Günher Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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