Aufnahme: 1986
Landrat als Bäcker im Oberhau
gst. Da war Landrat Dr. Franz Möller so richtig in seinem Element, als er die Eudenbacher Bäckerei Schmitz aufsuchte und dort nicht nur einer Demonstration des Brotbackens beiwohnte. Nein, er versuchte sich auch selbst als Bäcker und beschickte den Backofen. Schließlich ist Dr. Möller als gelernter Bäcker und aus einer Familie mit Lebensmittelhandlung stammend vorbelastet.
So staunten denn auch die CDU-Vertreter aus dem Oberhau nicht schlecht, als sie den Landrat zu einer Besichtigung des Oberhau eingeladen hatten. Zwei Stunden wanderte man durch die Dörfer um Eudenbach und besichtigte neben der Bäckerei auch das Lebensmittelgeschäft Eberhard Wolff, das Reisebüro Göckel, die Motorradwerkstätte Gerd Bauer und den landwirtschaftlichen Betrieb der Eheleute Willi Büllesbach.
Bei einer Bürgerversammlung in der Eudenbacher Gaststätte „Zur Post" äußerte sich der Landrat sehr zufrieden über die zwei erlebnisreichen Stunden der Wanderung. Besonders freute er sich über den noch intakten wirtschaftlichen Bereich im ländlichen Oberhau. Er selbst trete immer wieder für die „Tante-Emma-Läden" ein. Eingeladen zu diesem kommunalpolitischen Rundgang hatte Wilbert Fuhr von der CDU. Er und auch Landrat Dr. Möller betonten nachher, daß der Oberhau seine Vorzüge habe, landschaftlich viel biete und auch über ein gesundes Vereinsleben verfüge.
Die Infrastruktur sei mit Kirche, Kindergarten, Grundschule, Post und Zweigstelle einer Bank auch zufriedenstellend.
Die ärztliche Versorgung sei gesichert, landwirtschaftliche und Gewerbebetriebe sichern über 300 Arbeitsplätze.
Die Geschäftswelt fehle ebensowenig wie ein Ortsmittelpunkt für örtliche Feste.
Nach fünfjähriger Planung wird nun im nächsten Jahr auch mit der Neugestaltung des Dorfplatzes begonnen.
Mit einem Kostenaufwand von 150.000 DM sind die Ausbaukosten veranschlagt. Wilbert Fuhr erläuterte bei der Bürgerversammlung die Planungen, die einstimmigen Zuspruch fanden. Was im Oberhauer Raum zum Problem werden könnte, ist die Einwohner- und hier besonders die Kinderzahl. Denn von ihr hängt es ab, ob der Erhalt der Grundschule gesichert werden kann. Auch der Kindergarten und die Vereine würden sich über Bevölkerungszuwachs freuen. Fuhr betonte, daß man alles unternehmen müsse, damit in und um Eudenbach gebaut werden kann. Wenn die Planung zum Bau von Oxidationsteichen vorliege, sollte man seitens des Kreises doch vorläufige Baugenehmigungen aussprechen. Fuhr: „Wir möchten im Oberhau baugenehmigungsmäßig so behandelt werden, wie andere Gegenden auch. Was im Oberhau auch noch gebraucht werde, sei eine Zahnarztpraxis und eine Apotheke“. Als weitere kommunale Vorhaben nannte Fuhr die Deckenerneuerung des Sportplatzes, den Ausbau der Quirrenbacher Straße und die Ergänzung der Straßenbeleuchtung in Sassenberg, Kochenbach und an der Hühnerberger Straße.
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