Aufnahme: 1985
Flugplatz Eudenbach lebenswichtig für Flugzeugmotorenbau Peter Limbach
gst. 22 Jahre lang besteht nun in Sassenberg an der Grenze zwischen dem Siebengebirge und dem Westerwald eine Flugzeugmotorenfabrik.
Inhaber Peter Limbach gründete diese Firma, als er aus Kanada zurückkehrte, wo er jahrelang lebte. 1963 war der Flugplatz Eudenbach auf der Mußer Heide noch voll in Betrieb, eine gute Voraussetzung für Peter Limbach. Doch die Zeiten haben sich geändert. Ab 1969 wurde der Flugbetrieb stark eingeschränkt. Nun fürchten Firmenchef Peter Limbach und seine 32 Mitarbeiter, darunter allein acht Auszubildende, um den Fortbestand der Firma, wenn nicht bald wieder mehr Landeerlaubnisse erteilt werden.
Bisher müssen jeder Start und jede Landung von Düsseldorf aus genehmigt werden. Das halte manchen Kunden ab, bedauerte Peter Limbach. Im Laufe des Jahres wurde eine neuer und 750 Quadratmeter große Produktionshalle gebaut und in Betrieb genommen. Peter Limbach hatte nunmehr die Politiker des Kreises und der Stadt sowie die Presse eingeladen, um diesem Personenkreis die neue Halle vorzustellen, die Produktionsweise zu erläutern und schließlich die Politiker zu bitten, sich für einen erweiterten Flugbetrieb auf der Mußer Heide einzusetzen. Dies käme ja schließlich auch der Stadt Königswinter zugute.
Umweltschützer und Politiker hätten seinerzeit erreicht, so bedauerte Limbach, der den Umweltschutz auch nicht vernachlässigt sehen möchte, daß der Eudenbacher Flugplatz nur noch von Segelflugzeugen und nicht mehr von Motorseglern angeflogen werden darf.
Ein Ausweichen auf Hangelar lehnt Limbach aus vielerlei Gründen ab. Er betonte, daß ein Anfahrtsweg nach Hangelar viel zu umständlich sei. Als eines der größten Motorenwerke dieser Art in Europa habe er sogar Angebote aus Bayern, doch er möchte lieber in seiner Heimat bleiben.
Trotz dieser Mißlichkeiten erwartet Peter Limbach für 1985 einen Umsatz von 4,5 Millionen DM. Für 1986 sei er auch bereits ausgebucht. Hergestellt werden Flugmotoren für einsitzige Flugzeuge und unbemannte Flugkörper. Außerdem werden im Auftrag des Bundesamtes für Zivilschutz Motoren für Tragkraftspritzen gefertigt. Entwickelt wurden sie vom Sohn des Firmengründers, der mit Vornamen ebenfalls Peter heißt. „Sogar Frauen können mit diesen Motoren leicht umgehen", vermerkte Peter Limbach. Die Motoren haben bis zu 90 PS und werden auch exportiert, u. a. in Ostblockstaaten. Einen neuen Markt erhofft sich Peter Limbach in Amerika und auch in China.
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