Berni Homscheid zum Ehrenbrandmeister ernannt

Aufnahme: 1985

Berni Homscheid zum Ehrenbrandmeister ernannt

gst.  „Die Feuerwehr geht vor die Familie." Nach diesem Wahlspruch lebte Berni Homscheid fast sein ganzes Leben für die Feuerwehr. So auch bei seinem 60. Geburtstag. Den verlebte der langgediente Feuerwehrchef von Eudenbach im Kreise seiner Feuerwehrkameraden, die ihm am Abend mit einem großen Bahnhof eine großartige Geburtstagsparty im Feuerwehrhaus bereiteten. Dazu war natürlich auch seine Familie eingeladen, die vollstes Verständnis für das Leben ihres Mannes und Vaters hat.

Der Musikzug der Wehr und die gesamten Wehrleute holten den Jubilar am Haus ab und geleiteten ihm zum Feuerwehrhaus, dies allerdings auf einer alten Handdruckspritze sitzend, die von Feuerwehrleuten in alten Uniformen gezogen wurde. Der heutige Wehrchef, Karl-Josef Gilgen, begrüßte am Feuerwehrhaus seinen Vorgänger, den er als großes Vorbild bezeichnete. Berni Homscheid ist von seinen 60 Lebensjahren 42 in der Wehr. Und davon wiederum 33 Jahre in der Führung und 27 Jahre als Wehrchef. Unter seiner Leitung, so würdigten ihn Gilgen und der Chef der Wehr, Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz, wurden zwei Feuerwehrhäuser gebaut, nach dem Kriege ein kleineres und 1974 ein größeres.

Das Werk des Geburtstagskindes war auch die Gründung des Fanfaren- und heutigen Musikzuges. Seinem Wunsche entsprechend, wurde auch eine Jugendwehr gegründet. Sowohl Gilgen als auch Schmitz gipfelten ihre Rede in dem Satz: „Die Feuerwehr von Eudenbach ist die Familie Homscheid und die Familie Homscheid ist die Wehr im Oberhau". Als Homscheid die Wehr übernahm, war die Gruppe noch klein und bescheiden. Doch bereits der Onkel von Berni Homscheid, so wußte stellvertretender Bürgermeister Herbert Krämer zu berichten, war von 1926 bis 1962 Wehrchef der 61-jährigen Eudenbacher Wehr.

Berni Homscheid wechselte nun als 60-Jähriger in die Alterswehr über. Dies veranlaßte die Führungskräfte der Wehr im Stadtgebiet von Königswinter, Berni Homscheid zum Ehrenoberbrandmeister zu ernennen. Die entsprechende Urkunde überreichte der Stadtdirektor. Die Glückwünsche der gesamten Königswinterer Wehr überbrachte Stadtbrandmeister Theo Lämbgen und überreichte einen Florian. Gilgen überraschte das nun jüngste Mitglied der Alterswehr mit einer Goldenen Armbanduhr, damit er immer wisse, was die Stunde geschlagen habe, obwohl für ihn selbst die Stunde noch lange nicht schlagen soll. Den obligatorischen Blumengruß erhielt Liesbeth Homscheid von Theo Lämbgen. 

Stellvertretender Bürgermeister Krämer hatte in Zeitungen nachgelesen, welche Persönlichkeiten 1985 alle mit
Berni Homscheid den 60. Geburtstag feiern und verlas eine lange Liste Prominenter, endend mit Berni Homscheid. Namens der Stadt überreichte er drei Flaschen Dollendorfer Wein. Zu großem Dank verpflichtet seien auch der Turnverein und die Karnevalsgesellschaft. Sie schenkten ihrem Freund eine neue Schubkarre und erfüllten damit einen Wunsch der Familie Homscheid.

Tänzerisch gratulierten die Funken und gesanglich der Quirrenbacher Männerchor. Groß war die Liste der weiteren Gratulanten: Beigeordneter Erich Lichtenberg, Amtsleiter Hanns Rödle, erster Stadtbrandmeister Willi Gassen, die Abordnungen der übrigen Wehren innerhalb der Stadt Königswinter, Pfarrer Josef Weyler und Ehrenkreisbrand-meister Paul Wilhelm. Zum Abschluß des Festes bei herrlichstem Abendsonnenschein auf dem Feuerwehrhaus-vorplatz spielte der Wehrmusikzug „Hoch soll er leben“ und erfreute mit einer abendlichen Serenade.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 31 vom 01.08.1985; Foto und Bericht: Günher Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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