Aufnahme: 1983

„Pingsei" und „Paias" - Alte Bräuche von jungen Leuten

R. Mit dem Aufstellen des Maibaums wird traditionell der Festmonat Mai in Berghausen eröffnet. Die Vorbereitungen für das Straßenfest am 14. und 15. Mai, an dem sich der Junggesellenverein „Republik Berghausen e. V." u. a. mit einem Weinstand beteiligt, laufen auf Hochtouren. Brauchtum pflegen die Junggesellen, wenn sie am Pfingstsamstag von Haus zu Haus ziehen und „en Pingsei" oder „en Mark un Zehn" sammeln. Zum abendlichen Eierkuchenessen sind auch die Dorfbewohner herzlich eingeladen. Rechtzeitiges Erscheinen im Vereinslokal „Bei Müller's Marie" wird empfohlen, erfreuen sich die von den Dorfmädchen gebackenen Eierkuchen doch großer Beliebtheit. Ein wichtiger und traditionsreicher Termin ist der Kirmessonntag (30. Mai): In öffentlicher Verhandlung wird „in Sachen Paias" entschieden. Dem Dorfkerl werden erhebliche Untaten „zum Schaden des Dorfes und seiner ehrenwerten Bewohner" vorgeworfen. U. a. wird er beschuldigt, das Gründungsmitglied und ehemaligen 1. Vorsitzenden zur Eheschließung angestiftet zu haben. Vorher werden die Junggesellen jedoch nach altem Brauch und Sitte am 6. Mai dessen Abschied von der Junggesellenzeit „polternd" mitfeiern.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 18 vom 06.05.1983; Bericht: R.
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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