Modellflugtag auf der Mußer Heide - Interessante Freizeitbeschäftigung mit funkgesteuerten Modellen

Aufnahme: 1981

Modellflugtag auf der Mußer Heide - Interessante Freizeitbeschäftigung mit funkgesteuerten Modellen

Das war ein Kommen und Gehen am Pfingstsonntag auf dem Eudenbacher Flugplatz. Die Eudenbacher Modellfluggruppe hatte zum jährlichen Pfingsttreffen eingeladen. Flugsportfans und zahlreiche Ausflügler nutzten das herrliche Wetter, um dem großen Schaufliegen der funkgesteuerten Modelle auf der Mußer Heide beizuwohnen.
Die Veranstaltung fand in diesem Jahre zum elften Male statt. 1970 wurde sie zum ersten Male von dem 1967 gegründeten Verein durchgeführt. Mit dieser Veranstaltung wollten die Eudenbacher Modellflieger das Interesse für den Modellflugsport wecken und die Jugend für eine sinnvolle Freizeitgestaltung gewinnen.

Der Flugtag begann mit einem Bannerschlepp. Die Zuschauer hatten Gelegenheit, die auf der Startbahn aufgestellten rund 100 Flugmodelle aus der Nähe zu besichtigen. Dabei trafen sie auf viele Nachbauten bekannter Flugzeugtypen, so zum Beispiel der DO 27, der Bücker Jungmann, der Ju 88 und des Fieseler Storches. In einem fast vierstündigen Non-Stop-Programm begeisterten vor allem zwei Großmodelle des „Fieseler Storches" mit Spannweiten von 8,30 Meter. Großes Interesse weckten aber auch die „Focker Wolf 190", ein Modell aus dem letzten Krieg. Vor allem begeisterte sich die Jugend für die 18 Kilo schweren amerikanischen Mustang P 51. Das größte „Eudenbacher" Flugzeug war ein Segelflugzeug mit einer Spannweite von 4,40 Meter. Es handelte sich dabei um eine SB 10.
Das kleinste vorgeführte Flugzeug maß nur 40 Zentimeter und wurde vom Bastler „Zaunkönig" genannt.

Die Besucher erkannten auf der Flugschau auch drei Modelle der Me 163, auch „Kraftei" genannt. Aus der Zeit um 1900 stammt die französische „De Santos". Josef Mai ist stolz darauf, das wohl älteste Flugmodell gezeigt zu haben. Die Geschwindigkeit aller nachgebauten Typen, die zu sehen waren, liegt zwischen 15 und 248 km/h. Knapp fünf Kilo wiegt der Hubschrauber „Bell Hue Cobra", den Peter Pax entwickelte und der bis zu 100 km/h erreicht. Pax gilt als Europas bester Modell-Hubschrauberpilot. Auch das Hochschleppen eines Seglermodells durch ein Motormodell wurde vorgeführt. Die Bundespost hatte den Modellfliegern festgelegte Frequenzen zugeteilt.
Sie durften für die Funkfernsteuerung nur 35 Megahertz, 40 Megahertz und 27 Megahertz benutzen. Die Funkfernsteuerung reicht bis zu vier Kilometer, doch aus Sicherheitsgründen gilt bei den Eudenbacher Modellfliegern die Sichtweite als Reichweite.

Die Herstellungskosten der Modelle reichen von 30 DM für das kleinste Modell bis zu 3000 DM für die größten und modernsten Ausführungen. Hinzu kommt dann noch jeweils die Funkanlage, die bis zu 1200 DM kosten kann. Ein Flugmodell kann bis zu 15 Minuten in der Luft bleiben, ehe der „Pilot" zur Landung ansetzen muß. Durch die Vielzahl der gezeigten Modelle lagen jedoch die Vorführzeiten beim diesjährigen Schaufliegen erheblich darunter. Abschluß und spannender Höhepunkt war eine „Fuchsjagd", bei der mehrere „Jäger" in waghalsigen Flugmanövern versuchten, ein von einem Flugmodell-Fuchs geschlepptes langes Band zu kappen, was auch gelang. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 24 vom 12.06.1981; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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