Aufnahme: 1981
Ehrungen standen im Mittelpunkt - Festabend zum 50-jährigen Bestehen des HSV Bockeroth
„Mit 14 Toren brachte der Handballsportverein (HSV) Bockeroth (mit einer Siebengebirgsauswahl) eine sehr gute Leistung, jedoch erwies sich der Gegner VfL Gummersbach als eine zu starke Mannschaft". So kommentierte Landrat Dr. Franz Möller beim Festabend anläßllich des 50-jährigen Bestehens des HSV einen Tag später das Sportgeschehen vom Vortag. Der Festabend in Gestalt einer Familienfeier war der gesellschaftliche Höhepunkt der zweiwöchigen Festdauer. Landrat Dr. Möller würdigte die jungen ortsbegeisterten Bürger, die sich vor 50 Jahren entschlossen, den Verein zu gründen. Sie hätten sicherlich nicht die lange Entwicklung des Handballsports vor Augen gehabt, aber auch nicht die schweren Zeiten, die der HSV Bockeroth wie auch alle anderen Vereine durchzustehen hatten.
In mühevoller Arbeit wurde noch in den 30er' Jahren ein Sportplatz hergerichtet, bevor der unselige Krieg das Vereinsleben jäh unterbrach. Doch auch nach dieser düsteren Zeit fanden sich alte und neue Mitglieder ein, um die Vereinstradition fortzusetzen. Heute erfreue sich der Verein, so fuhr der Landrat in seiner Laudatio fort, allseits großer Beliebtheit. „In Bockeroth ist die Welt noch Ordnung", betonte der Schirmherr, denn etwa 80 Prozent der Einwohner und Mitglieder sind in diesem Jubiläumsverein. Daß der Rhein-Sieg-Kreis viel für Sport tue, beweise die Tatsache, daß allein rund eine halbe Million für die Übungsleiter ausgegeben würde, das entspreche etwa einer Mark pro Einwohner des Kreises. "Aber wir geben das guten Herzens; der Sport und Übungsleiter haben das verdient. Der Rest des Rhein-Sieg-Kreises, und das sind 460 000 Einwohner, grüßt Bockeroth". Mit dem Versprechen, daß der Kreis auch weiterhin ein offenes Herz für den Sport habe, überreichte der Schirmherr des Jubiläums ein Geldgeschenk.
Bürgermeister Günter Hank gratulierte mit „einem großen, braunen Schein" und würdigte die Leistungen des Vereins, der nie nach der öffentlichen Hand gerufen habe, sondern alles in eigener Regie tue. So habe der HSV, wenn auch auf einem unanständigen Gebiet des Ortes, auf dem „Mephisto-After" der Flurbezeichnung „Düwelsarsch", einen Sportplatz gebaut. Als weiteres Geschenk zum Jubiläum versprach der Bürgermeister, daß der Rat wohl beschließen werde, bei der Modernisierung des Platzes finanziell behilflich zu sein. Hank betonte, daß der Rat der Stadt sehr sportfreudig sei, er gebe pro Einwohner jährlich für den Sport 2,30 DM aus.
Mit einem Dank für die geleistete Arbeit in den vergangenen 50 Jahren überbrachte Walter Franken vom Kreissportbund die Grüße und überreichte ein Geldgeschenk für die Jugendarbeit des Vereins. Ein Geschenk hatte auch Siegfried Maywald, Präsident des Landesverbandes Badminton, mitgebracht. Johann Weiler, Vorsitzender des Stadtsportbundes Königswinter, würdigte den Idealismus der Sportler in den vergangenen 50 Jahren, überreichte ein Geldgeschenk zu Gunsten der Jugendarbeit und versprach die Unterstützung beim Sportplatzneubau. Franz Riscop, Landtagsabgeordneter der CDU, Überreichte als Geschenk zwei Bälle, einen für die männlichen und einen für die weiblichen aktiven Mitglieder. Er betonte, daß der Rat der Stadt Königswinter im Haushalt 1981 keine Kürzungen im Sportbereich vorgenommen habe.
Er hoffe, daß dies auch 1982 nicht zu geschehen brauche. Allerdings habe der Landtag die Mittel für den Sport 1981 erheblich kürzen müssen. Weitere Gratulanten waren Peter Gola mit Geld für die FDP und Christoph Minten, mit zwei Bällen, für den Kreishandballverband. Im Mittelpunkt des Abends, an dem auch ein befreundeter Sportverein aus Holzgerlingen mit mehreren Mannschaften teilnahm und der auch eine Kapelle mitgebracht hatte, stand die Ehrung von Jubilaren. Herzlichen Dank für die 50-jährige Mitgliedschaft sprach der Vorstand den Jubilaren Peter Brenner, Michael Hönighausen, Bernhard Mohr, Heinrich Mohr, Jakob Wicharz und Wilhelm Wicharz aus. Ebenfalls wurden 44 Mitglieder geehrt, die seit 25 Jahren dem Verein die Treue halten. Zum Familienabend wurden auch die Ehrenmitglieder willkommen geheißen. Auf die weitere Feier kommen wir noch zurück. gst.
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