Aufnahme: 1980

Diamantene Hochzeit in Ruttscheid

Vor 61 Jahren lernten sie sich in Solingen kennen: Hermann Wader und Antoinette Lehmacher. Das Ehepaar feierte am Donnerstag, 18. Dezember, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Bereits am Mittwochabend gratulierte die Dorfgemeinschaft Ruttscheid, Kinder und Frauen sangen und sprachen Gedichte, das Fanfarenkorps  Rot-Blau  Auelgau spielte auf, und der Ittenbacher Männerchor brachte dem Diamantjubelpaar einen ge­sanglichen Glückwunsch. Nachbarschaft und Stadt hatten Haus und Umgebung festlich geschmückt. Am Donnerstag, 18. 12., hat das Jubel­paar die gesamte Dorfgemeinschaft zu einem fröhlichen Abend in den Gertrudenhof in Oberpleis-Auel von 20 bis 23 Uhr eingeladen.

Der Festtag begann mit einem Dank­amt in der St. Pankratiuskirche, dort, wo vor 60 Jahren sich das Ehepaar ewige Treue geschworen hat, wo vor 35 Jahren die silberne und vor zehn Jahren die goldene Hochzeit kirchlich gefeiert wurde. Die weltliche Gratulationscour schließt sich im Gertruden­hof an. Der Diamanthochzeiter erblickte am 15. September 1898 in Solingen das Licht der Welt. Nach dem Schulbesuch erlernte er im elterlichen Betrieb den Beruf eines Hohl- und Flachschleifers. Seine erste Tätigkeit absolvierte er in einer Steinfabrik in Solingen. 1923 ließ er sich in die Schleiferei der Godesia-Werke in Bad Godesberg ver­setzen. Es folgte eine Tätigkeit bei den Lemmerzwerken.

Nach dem Krieg wurde er zunächst Hausmeister  im Margarethenhof  in lttenbach, wo damals  ein Müttererholungsheim war. Nach einer kurzen Zeil bei den Ame­rikanern fand er bis zu seiner  Pensionierung im Jahre 1964 Arbeit im Bundesforschungsministerium. Den ersten Weltkrieg verbrachte der Diamanthochzeiter in Brest-Litowsk sowie in Rumänien und Bulgarien. Bereits 1918 kehrte er in die Heimat zurück. Die Jubelbraut wurde vor 82 Jahren in Küdinghoven geboren. Durch eine Freundin kam sie in jungen Jahren nach Solingen, wo sie eine Anstellung als  Hausangestellte  fand.  Heute ist ihr Hobby das Sticken von Bildern. Zahlreiche ihrer Kunstwerke schmücken die Wände ihrer herrlichen Wohnung in der Ruttscheider Straße 43 in Ruttscheid. Das Hobby des Diamanthochleiters ist auch heute noch, trotz des hohen Alters, die Arbeit im Garten des Schwiegersohnes.

Zuerst wohnte das Paar in Steinringen und seit 27 Jahren im Hause ihrer Tochter. Der Ehe entstammen eine Tochter und ein Sohn, der fiel im letzten Kriegsjahr in Brest. Der ganze Stolz der Jubelhochzeiter sind die beiden Enkel und die drei Urenkelkinder. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeisterstellvertreter Herbert Krämer. Weiter gratulierten Stadtdirektor Schmitz und Vizelandrat Becker, der zugleich auch ein Geschenk des Regierungspräsidenten überbrachte. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 51, vom 19.12.1980; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) mehr Information
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