Aufnahme: 1979
Stattliches Bauernhaus mit "Wildem Mann"
Nach der Säkularisation wurden die Höfe aus kirchlichem Besitz verkauft, oft an die ehemaligen Pächter. Solches geschah auch mit dem Bellinghauser Hof, einem Hof des Klosters Heisterbach. Als der letzte Pächter und neue Besitzer 1834 starb, hinterließ er den Hof seinen Kindern. Der älteste Sohn blieb auf dem ursprünglichen Hof, für die beiden anderen Söhne wurden nahebei zwei neue Höfe errichtet. Es können keine schlechten Zeiten für die Landwirtschaft gewesen sein, denn das Bild zeigt eines der um 1840 neugebauten großen Bauernhäuser.
Aus Repräsentationsgründen wurden mehr als die konstruktiv notwendigen Hölzer eingebaut: Die schrägen Streben an den Eckständern wurden durch einen zusätzlichen Balken zur Y-Strebe. In die Wandflächen wurden mehrere "Wilde Männer" eingebaut, von denen nur noch der über der Haustür ungestört vorhanden ist. Da steht der "Wilde Mann" breitbeinig und mit hochgestreckten Armen. Er hält kraftstrotzend das Balkenwerk stabil. Der untere "Wilde Mann" wurde durch die später dort eingebaute Haustür halbiert, und die anderen wurden durch später vergrößerte Fenster geschwächt, offensichtlich ohne statische Probleme. Der eine "Wilde Mann" über der Haustür hat ungeheure Kraft und hält alles zusammen.
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