50 Jahre Uthweiler Feuerwehr

Aufnahme: 1979

50 Jahre Uthweiler Feuerwehr

"Man schrieb den 20. Februar 1929. Da wurde in Uthweiler in der Gaststätte Zaun unter dem Motto 'Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr' eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt lag die Brandbekämpfung noch sehr im Argen. Nun, 50 Jahre danach, wurde das goldene Jubiläum der Löschgruppe gefeiert. 31 Bürger hatten die Wehr vor 50 Jahren gegründet. Von ihnen leben noch neun. Sie waren zur Jubelfeier erschienen. Oberbrandmeister Felix Bäßgen ehrte sie durch namentliche Begrüßung. Stadtdirektor Schmitz als Chef der Wehr teilte der Uthweiler Löschgruppe mit, dass rechtzeitig zum Jubiläum die Stadt die Mittel für die Erweiterung des Feuerwehrhauses bereitgestellt habe. Seit einigen Jahren besteht zwischen der Jugendfeuerwehr in Hedera in Israel und der Königswinterer Jugendwehr, besonders der Uthweiler Jugend, eine enge Freundschaft. Im Mai oder Juni dieses Jahres wird eine Abordnung der israelischen Jugendwehr wieder nach Königswinter kommen.

Schmitz sprach die Hoffnung aus, dass die Freundschaft mit den israelischen Wehrleuten auch in den nächsten Jahren weiter anhalten möge. Der Stadtdirektor dankte aber auch den Wehrkameraden. Zur Zeit besteht die Löschgruppe Uthweiler aus 48 Aktiven, 20 Jugendlichen und 30 Mitglieder, darunter acht Mädchen, im Tambourkorps. Der Altersabteilunq gehören drei Mann an. Stadtdirektor Schmitz streifte in seiner Festansprache die Geschichte der Wehr und dankte der Löschgruppe, versprach auch, dass es Rat und Verwaltung als ihre Pflicht ansehen, die Feuerwehr mit den notwendigen Geräten auszustatten. Mit den Worten 'Glück auf' überreichte er Oberbrandmeister Felix Bäßgen einen Briefumschlag mit '35 000 Pfennigen'.
 
Bevor Hank das Rednerpult zum Glückwunsch betrat, verschönerte der Kapellenchor den Festkommers mit einigen Gesangsdarbietungen. Vorsitzender Ewald Ahr, Schwiegersohn des Löschgruppenführers, übergab als Geschenk ein Riesenglas mit 5 000 Pfennigen. Hank zitierte in seiner launigen Ansprache den Großen Brockhaus aus dem Jahre 1929, der in seiner Jubiläumsausgabe auch ausführlich die Feuerwehr beschrieb. Brockhaus habe sich aber bei Uthweiler geirrt. Brockhaus: 'Die Feuerwehr ist eine männliche Vereinigung'. In Uthweiler wird die Feuerwehr aber auch von Frauen unterstützt. Königswinters erster Bürger dankte den Blauröcken für ihren caritativen Einsatz; 'somit wurde der städtische Etat wesentlich entlastet". Als Geschenk hatte Hank nicht nur 25 000 Pfennige, sondern auch einen einheimischen Zauberer mitgebracht, der den Abend mit seinen Tricks zauberhaft verschönerte.
 
Die Glückwünsche des Rhein-Sieg-Kreises übermittelte dessen Repräsentant, Vizelandrat Fritz Becker, der das 50jährige Verantwortungsbewusstsein der Wehrleute würdigte. Auch er habe, so betonte er, 'ene janze Püngel Jeld' mitgebracht für die schlagkräftige Truppe im Kampf gegen den roten Hahn. Kreiskämmerer Günter Brahms überreichte der Jubelwehr eine Ausgabe der kurkölnischen Brandverordnung des Kurfürsten Clemens August. Auch Günter Brahms sprach vom guten Willen und der tätigen Nächstenliebe der Wehrleute, die auch zur Stelle sind, wenn Gefahr droht, obwohl einem das Sirenengeheul nicht immer in den Kram passt. 39 der 50 Jahre gehört Felix Bäßgen der Feuerwehr an. Dafür heftete Kreisbrandmeister Paul Wilhelms dem Löschgruppenführer die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes an. Theo Lämbgen übermittelte die Glückwünsche der Stadtwehr.

Mit Blumenarrangements und Tannen war die Bühne festlich geschmückt. Die Aula des neuen Schulzentrums Oberpleis — wo die Jubelfeier stattfand — war mit zahlreichen Feuerwehrbildern von damals und jetzt geschmückt. Die Kölner Berufsfeuerwehr hatte die Bilder zur Verfügung gestellt.  Auf einer weißen Schubkarre wurde Imbiß in den Saal gefahren. Essen und Trinken war an diesem Abend für alle Gäste frei. Bäßgen: 'Wir sind zwar alle zu fett, doch wünsche ich guten Appetit.' Das Tambourkorps der Jubelwehr hatte die Jubelveranstaltung mit einigen Konzertstücken eröffnet.
 
Den letzten Ausschlag zur Gründung der Feuerwehr gab der Brand des Anwesens von Johann Reuter Ende des Jahres 1928. Am 10. März 1929 wurde der Zusammenschluß durch Uthweiler Bürger und dem Kreisbrandmeister dem Bürgermeister Hahn vom Amte Oberpleis unterbreitet und sehr begrüßt. Dem damaligen Löschbezirk gehörten die Orte Uthweiiler, Freckwinkel, Jüngsfeld, Elsfeld, Wahlfeld, Thelenbitze, Niederbuchholz und Bönnschenhof an. Erster Brandmeister war von 1929 bis 1934 Franz Bellinghausen aus Jüngsfeld und stellvertretender Brandmeister Michael Jonas aus Uthweiler, der von 1934 bis zu seinem Tode im Jahre 1962 Amtswehrführer war. Männer waren zwar da; die Ausrüstungsgegenstände jedoch fehlten. Das Geld auch. Die Uthweiler Wehrmänner wußten Rat: Am 21. Juli 1929 veranstalteten sie ein Fest, dessen Reingewinn zur Anschaffung der notwendigen Geräte dienen sollte.
 
Mit diesem Geld und mit Hilfe der Gemeinde Oberpleis konnten im August schon eine Saug- und Druckspritze sowie Schläuche angeschafft werden. Für die Fortbewegung der Spritze sorgte ein Pferdezug des Landwirtes Heinrich Rörig aus Uthweiler.

Im Jubeljahr sind noch viele Veranstaltungen geplant."


Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 12 vom 23.03.1979
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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