Aufnahme: 1979
„Waldschlößchen“ gewann den 1. Preis beim Fassadenwettbewerb
"Sinn und Zweck des Fassadenwettbewerbes, der nun zum fünften Male durchgeführt wunde, ist es, das Stadtbild zu verschönern und zu erhalten. Außerdem soll an möglichst vielen Gebäuden der ursprüngliche Charakter erhalten bleiben oder in den typischen Merkmalen der Entstehungszeit wieder hergerichtet werden. Man denkt dabei vor allem an alte Fachwerkhäuser. Bürgermeister Günter Hank nahm dieser Tage im Sitzungssaal des Königswinterer Rathauses die Siegerehrung vor. Er betonte in seiner Ansprache, dass nach dem Krieg durch Umbauten und dergleichen mehr historische Gebäude zerstört worden seien, als im Krieg selbst. Das sei sehr bedauerlich. Die zu bewertenden Häuser mussten vor dem 31. Dezember 1939 errichtet sein.
Den ersten Preis erhielt Heinrich Pinnen, Eigentümer des Hauses ‚Neuglück‘ in. In dem bekannten Waldschlößchen wohnte vor vielen Jahren der bekannte französische Schriftsteller Appollinaire. Als Bürgermeister Hank diesen Preis verlieh, fiel ihm eine Episode aus dem vergangenen Urlaub ein. Da weilte er mit seiner Familie in einem entlegenen Ferienort in Frankreich. Bei einem Gespräch habe ein Franzose gefragt: ‚Connaissez-vous Bennerscheid?‘ Es war jemand vom Fernsehen, der für das französische Fernsehen einen Filmbericht über das Waldschlößchen in Bennerscheid gedreht hatte. Das historische Waldschlößchen des 19. Jahrhunderts wurde in der alten Fassung nach dem Befund des Landeskonservators wiederhergestellt. Der Preis besteht aus 1 200 Mark.
Mit 1 000 Mark als zweiter Preis für die Fassade seines Hauses Hauptstraße 319 in Alt-Königswinter wurde Dr. Prevot bedacht. In den dritten Preis teilen sich Peter Assenmacher für sein Anwesen „Am Herresbacher Bahnhof" in Oberpleis und Dieter Schäfer mit Maria Riscop in Alt-Königswinter, Hauptstraße 378 und 380. Trotz städtebaulich ungünstiger Situation hat das einfach gegliederte Haus in Oberpleis an Charakter und Bedeutung gewonnen. Bei den beiden Häusern in der Altstadt betonte die Jury: Ursprüngliche Gliederung des Doppelhauses wurde durch neue Fassung angenehm herausgearbeitet. Der Straßenzug gewann an Ausdruckskraft. Allerdings wurde mitgeteilt, dass die Werbeanlagen den guten Eindruck empfindlich stören.
Auch der vierte Preis wurde gleich zweimal verliehen. Karoline Gross kann stolz auf ihr Haus Meerkatzstraße 2 sein. Aloys Leven restaurierte den ‚Hof von' Holland‘ 435, wofür ihm der Preis zuerkannt wurde. Die Jury entschied sich auch für einen zweigeteilten fünften Preis. Grete Dohr restaurierte ihr Haus Hauptstraße 385 in der Altstadt und ein fünfter Preis für das Weinhaus Lemmerz. Das Gebäude fügt sich trotz vorgenommener Änderung der Dachgauben in das Gesamtbild des Marktplatzes gut ein. Peter und Bertha Weinhold aus Niederdollendorf, Godesberger Straße 3 bekamen aus der Hand des Bürgermeisters eine Anerkennung. Ein Haus aus den 20er Jahren zu renovieren, sollte mit 100 DM belohnt werden.
Einen Anerkennungspreis in gleicher Höhe nahmen auch die Geschwister Walburga und Franziska Tillmann für die Fassade des Hauses Drachenfelsstraße 29 in der Altstadt entgegen. Die farbliche Behandlung eines derartigen Baukörpers sei besonders schwierig, hieß es in der Begründung der Jury. Eine Sonderprämie gewährte die Jury der Stadt dem Eigentümer der Adlerapotheke Hauptstraße 398 in der Altstadt. Die Preisträger erhielten neben dem Geld auch ein schönes Buntfoto ihres Hauses."
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