Aufnahme: 1977
Annakapelle renoviert — Gottesdienst zum Patronatsfest
"Festtag für den kleinen Königswinterer Stadtteil Pleiserhohn. Die 1885 erbaute Annakapelle feierte nicht nur Namenstag, sondern erstrahlte auch nach vollständiger Innen- und Außenrenovierung im neuen Glanz. Schon von weitem erkennt man die in den Farben Weiß, Gelb und Blau gehaltene Dorfkapelle. Pater Weiler zelebrierte einen Festgottesdienst. Danach begann die weltliche Feier vor dem schmucken Gotteshaus. In einem Zelt konnte dann auch bei dem schlechten Wetter das Ereignis der Renovierung, verbunden mit der Anna-Kirmes, gefeiert werden. Die Heisterbacherrotter 'Bergklänge' leiteten die weltliche Feier, die bis zum späten Nachmittag dauerte, ein und spielten mehrere Stunden zur Unterhaltung auf. Willi Zerres von der Dorfgemeinschaft konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen: Pater Weiler, Bürgermeister Hank sowie die Herren der Verwaltung und des Rates. Mit Freude stellte Willi Zerres fest, dass innerhalb von vier Monaten die Kapelle gründlich renoviert werden konnte, dank der Mithilfe der Stadt. Das Gotteshaus erhielt einen vollkommen neuen Dachstuhl und eine neue Holzinnendecke. Innen und außen wurde die Kapelle mit einem neuen Anstrich versehen. Anstelle der Zementdachziegel wurde das Dach verschiefert, eine Anordnung des Generalvikariates.
Von dem Schieferdach hatte die Kölner Kirchenbehörde den Zuschuss abhängig gemacht. Die Außenanlagen wurden von den Dorfbewohnern hergerichtet und werden noch vervollständigt. Die Stadt, die über DM 16 000,— für die Kapellenrenovierung ausgab, stiftete zudem zwei neue Bänke für die Außenanlagen. Eine Ehrentafel für die Gefallenen des zweiten Weltkrieges und ein neuer Kreuzweg sollen später folgen. Willi Zerres hatte die ehrenvolle Aufgabe, das Ehepaar Wilhelm und Anna Schneider mit einem Geschenk zu ehren und zu danken für die vielen Jahrzehnte Pflege der Kapelle. Anna Schneider erhielt für ihre ehrenamtliche Tätigkeit in Pleiserhohn den Spitznamen 'Kapelle-Anna', worauf sie sichtlich stolz ist. Bürgermeister Hank wies in seiner Glückwunschansprache darauf hin, dass die Dorfkapelle zu Pleiserhohn ein Unikum in der Stadt Königswinter darstellt. Sie ist das einzige Gotteshaus, das der Stadt Königswinter gehört.
'Wenn Sie also Wünsche haben, wenden Sie sich an die Stadt. Die Wünsche werden nach Möglichkeit erfüllt, auf jeden Fall schneller als die Kölner die Wünsche der Oberpleiser für ihre Pankratiuskirche erfüllen.' Hank erklärte mit sichtlichem Stolz, dass die Stadt froh ist, die Zeugen der christlichen Vergangenheit zu erhalten. Gerade in Pleiserhohn habe die Dorfgemeinschaft an dieser Erhaltung maßgeblichen Anteil. Die Kirche sei auch in unserer heutigen Zeit noch der Mittelpunkt des Dorfes, und die Jugend müsse ermahnt werden, mitzuhelfen, dass dies auch in Zukunft so bleiben möge. Sonntagmittag konnten Pleiserhohns Küchen kalt bleiben, und die Hausfrauen hatten dienstfrei. Für ein Mittagsmahl und auch für den Nachmittagskaffee war genügend gesorgt. Der Reinerlös dient zur weiteren Verschönerung der Kapelle."
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