60 Flugmodelle starteten auf der Mußer Heide

Aufnahme: 1977

60 Flugmodelle starteten auf der Mußer Heide

Das schöne Wetter lockte am Pfingstsonntag wiederum tausende Flugsportbegeisterte nach Eudenbach, wo die Modellfluggruppe Eudenbach zu ihrem Traditionspfingstfliegen einlud. Auf dieser Veranstaltung wurde der heutige Stand der Modellfliegerei gezeigt. Lautlos erhoben sich die schlanken Segler von den Startleinen in die Lüfte und zogen geruhsam ihre Kreise. Dann, als ein feines Zischen zu hören war, da wußten die begabten Zuschauer, daß Kurt Spindler, der ehemalige Deutsche Jugendmeister und Vizemeister, Kunstflugsegler über den Platz steuerte.

Peter Pax aus Niederpleis, einer der besten Hubschrauberpiloten der Bundesrepublik, zeigte seinen Hubschrauber vom Typ Bell Hue Cobra in einer atemberaubenden Vorführung. Nach dem mißlungenen Versuch im Vorjahr, ein Höchstgeschwindigkeitsmodell zu zeigen, war es in diesem Jahre gelungen, gleich zwei Modelle des gleichen Typs zu erstellen. Diese Speedmodelle erreichen Geschwindigkeiten bis zu 280 Stundenkilometern. Schleppflüge, Huckepackflüge und Formationsflüge fanden ein begeistertes Publikum.

Oldtimer zeigten neben modernen Flugzeugtypen ihre Rollen und Loopings. Einer der Höhepunkte dieses Flugtages waren die „Roten Teufel" von Eudenbach, eine Kunstflugstaffel von fünf gleichen Modellen. Helmut Klühr, der Altmeister des Modellfluges, hat dieses Flugzeug konstruiert und die ganze Staffel gebaut. Und auch eine Fuchsjagd fand wieder statt. Verstärkt wurde dieser Flugtag durch befreundete Vereine aus dem Sauerland und aus Winterborn. Von den 60 Aktiven der Flugmodellgruppe Eudenbach waren 30 aktiv an der Gestaltung des Tages beteiligt.

Rund 60 Flugzeugtypen wurden vorgeführt, vom einfachsten Segelflugzeug bis zum Düsenflugzeug, ein- oder zweimotorige. Zum ersten Male wurden auch elektrogesteuerte Modelle gezeigt. Drei Stunden dauerte das Non-Stop-Programm. Durch das Programm führte Vorsitzender Bernd Spindler, der zu den einzelnen Flügen Erklärungen abgab. Die einzelnen Flugzeuge haben ein Gewicht von 600 Gramm bis fünf Kilo, die Baukosten liegen je nach Typ zwischen 40,– und 150,– DM (nur Material), hinzu kommen die Funkanlagen mit den verschiedensten Kanälen. Die Kosten dieser Anlagen liegen zwischen 400,– und 1.500,– DM.

Zu Beginn der Veranstaltung stiegen zwei Flugzeuge in die Lüfte und zogen Fahnen hinter sich „Wir begrüßen Sie" und „Herzlich willkommen" und warfen Fähnchen verschiedener Nationen ab. Mit einem Böllerschuß wurde das Flugprogramm eröffnet.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 22 vom 03.06.1977; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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