Aufnahme: 1977

50 Jahre verheiratet - Die Dorfgemeinschaft Sand feierte Goldhochzeit der Eheleute Topel

Seit 27 Jahren wohnt das Ehepaar Erhard Topel und Frau Frieda, geborene Kusero, in der Sander Straße 45 in Sand. Am 15. Juli feierten Erhard und Frieda das Fest der goldenen Hochzeit. Bereits zwei Tage vorher gestaltete die Dorfgemeinschaft dem Jubelpaar ein frohes Fest. Bürgermeister Günter Hank übermittelte mit einem Frühstückskorb und einem Blumenstrauß die Glückwünsche der Stadt und brachte auch ein Geldgeschenk des Regierungspräsidenten mit. Zusammen mit dem Fanfarenkorps der Freiwilligen Feuerwehr Uthweiler marschierten die Mitglieder der Dorfgemeinschaft von der Gaststätte Quick zum Hause des Jubelpaares.

Die Feierstunde zu Ehren des Jubelpaares Topel eröffneten die Sänger des Männerchores aus Westerhausen mit den beiden Volksliedern „Hab' oft im Kreise der Lieben", und „Aus der
Traube in die Tonne". Sandra Thul und Hartmut Lehmacher verschönerten die Gratulationscour durch Gedichtvorträge. Dr. Andersen vom Bürgerverein übermittelte die Glückwünsche und überreichte einen Frühstückskorb. Wilfried Klevers von der Dorfgemeinschaft überreichte zur Freude, besonders des Goldhochzeiters, ein Ölgemälde, darstellend eine Waldlandschaft mit einer Reiterequipe. Mit einem Weinpräsent sprach Ulrike Klevers für die Jugendgruppe Sand ihren Glückwunsch aus.

Höhepunkt der Gratulationscour waren die turnerischen Vorführungen der Keulenschwingergruppe des TuS 05 Oberpleis, die mit ihren erleuchteten Keulen ein buntes Bild boten. Nach einem Dankgottesdienst in der evangelischen Kirche Oberpleis wurde in der Gaststätte Quick gefeiert. Am 1. September 1900 erblickte Erhard Topel in Neuenhagen in Pommern das Licht der Welt. Nach dem Schulbesuch arbeitete Erhard im elterlichen Hof in Karwitz, den er mit 27 Jahren übernahm und bis 1945 führte. Der Hof war über 70 Morgen groß. Erhard Topel betrieb Ackerbau und Viehzucht. Zeitweise hatte er mehr als 30 Schweine. Bereits mit 17 Jahren wurde er in den ersten Weltkrieg eingezogen. Im zweiten Weltkrieg machte er nur den Polenfeldzug mit. Dann wurde er reklamiert, um die Landwirtschaft weiter zu führen. Im Polenfeldzug war Erhard Topel Meldereiter und das mit einem seiner eigenen Pferde.

1945 wurde das Ehepaar Topel von seinem Hof vertrieben. Mit der Landwirtschaft war es vorbei. Bevor das Paar Topel 1950 nach Oberpleis kam, arbeitete Erhard Topel als Brückenbauarbeiter. In Oberpleis wurde er mit der Flurbereinigung beauftragt; 1965 trat er in den Ruhestand. Noch während seiner Tätigkeit als Flurbereiniger erwarb er ein kleines landwirtschaftliches Anwesen, in dem er heute noch mit einem seiner Söhne arbeitet. Der Ehe entstammen zwei Söhne und zwei Töchter. Vier Enkelkinder waren mit dabei, als die Dorfgemeinschaft zur Gratulationscour kam.

Viele Jahre war Erhard Topel in seiner Jugendzeit aktiv in einem Turnverein tätig, den er auch zeitweise als Vorsitzender leitete. Später sah man Erhard Topel auch in einem Reiterverein als aktiven Reiter. Noch heute spielt er gerne Skat. Kennengelernt haben sich Erhard und Frieda bei einem Turnerball. Der Bund fürs Leben wurde in Schlawin geschlossen, im Geburtsort der Jubelbraut, die am 26. August 1905 geboren wurde. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 29 vom 22.07.1977; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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