Blick vom Hartenberg über Oberpleis nach Berghausen und Hühnerberg

Aufnahme: 1976 (Bericht)

Blick vom Hartenberg über Oberpleis nach Berghausen und Hühnerberg

"In Berghausen fehlt Wasser - Bisher hat Königswinter genügend Wasser - wie lange noch?

„‘Die Sonne kennt in diesen Wochen keine Gnade. Und das kostbare Nass, das sonst so selbstverständlich verfügbar ist, ist in solchen heißen Zeiten wieder ganz besonders begehrt'. Auf unsere Anfrage bestätigte man uns, dass in Königswinter vorerst noch kein Wassermangel zu befürchten sei, aber sparen könne nicht schaden. Nachdem in letzter Zeit vor allem in den Abendstunden oft das Wasser nur noch spärlich floss, bekam man es mit der Angst zu tun. Auf den Feldern sieht man die Notreife des Getreides, die Gärten werden gelb und gelber. Man spritzt abends nach der Heimkehr aus den heißen Büros und Fabriken was die Schläuche hergeben. Kein Wunder, dass da der Wasserdruck nicht mehr mitkommt, 'Wir haben genügend Wasser', versichert der Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Thomasberg, Heinz Lindlar. Aber wenn derart anormal viel Wasser entnommen wird, da kommt eben auch die dickste Leitung nicht mehr mit. Und ganz schlimm war es vor allem in den Abendstunden und am Wochenende in Berghausen und Teilen von anderen auf der Höhe liegenden Ortschaften.

Dort lief kein Tropfen Wasser mehr aus der Leitung. Die Sorge der Bevölkerung ist verständlich, denn ohne Wasser geht nichts mehr bis hin zur Toilettenspülung. Und wenn man sich bei der Hitze nicht mehr duschen kann, dann hört der Spaß auf. Der WBV Thomasberg richtete deshalb einen Aufruf an die Bevölkerung, mit dem Wasser sparsam umzugehen, denn wenn den Leitungen nicht solche Unmengen an Wasser abverlangt würden, gäbe es für alle ausreichend Wasser. Die höher gelegenen Orte sind in solchen Fällen stets im Nachteil. Aus den beiden Tiefbrunnen des WBV und dem Verbund mit dem Wahnbachtalsperrenverband kann genügend Wasser geliefert werden. Aber wenn ein Vielfaches benötigt wird, so Lindlar, dann reichen die Zuleitungen nicht mehr aus. Man werde für Berghausen versuchen, durch Druckerhöhung mehr Wasser zu liefern. Im Übrigen soll der Raum in den Hochbehältern bis Mitte nächsten Jahres verdoppelt werden. Für vier geplante Behälter seien das weitere 5 000 cbm.

Nach einer neuen Beihilferegelung seit Anfang 1975 gäbe es jedoch vom Land keine Zuschüsse, sodass der Verband zwei der Behälter alleine bezahlen müsse. Man überlege, eine verstärkte Leitung für die Versorgung von Berghausen zu verlegen. Die Kosten hierfür beliefen sich jedoch auf 750 OOO,- DM. Lindlar: ‚Es muss etwas geschehen, das wissen wir‘. Zu einer von der Bevölkerung geforderten Ringleitung meinte Lindlar, diese sei wohl möglich, jedoch eine Frage der Technik und der Finanzierung. Dabei solle die Hauptleitung vom Ölberg nach Eudenbach abgezapft werden. Ein km für die Verlegung einer solchen ‚Abzweigung‘ koste jedoch 200 000,- DM. Lindlar erklärte, man werde jedoch alles versuchen, für diese Gebiete eine bessere Versorgung auch bei einem stark erhöhten Verbrauch zu erreichen.

Im Übrigen habe der Aufruf des WBV bereits Früchte getragen. Die betroffenen Bürger in den Höhengebieten wollen an den Regierungspräsidenten in Köln einen Brief richten, um damit eine Verbesserung der derzeitigen Situation zu erreichen. Wenn die Versorgung nur ein technisches Problem sei und es Wasser genügend gebe, müsse man auch in Berghausen und den übrigen Orten genügend davon bekommen können, meinte Wilhelm Meid, ein Sprecher der betroffenen Bürger. Er plädiert für die Verlegung einer ‚Ringleitung‘. Mit Aufrufen sei es nicht getan. Wenn die Stadt in diesem Raum bevorzugte Wohngebiete ausweise, müsse auch dafür gesorgt sein, dass jederzeit genügend Wasser vorhanden sei. Es sei ein unmöglicher Zustand, dass von 6 Uhr abends bis in die Nacht kein Tropfen Wasser aus der Leitung fließe."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 28 vom 09.07.1976; Foto: Friedrich Müller; Bericht: Wilhelm Scheffen
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter, SZ
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