Mehr als 3000 Zuschauer

Aufnahme: 1976

Mehr als 3000 Zuschauer

Beim Modellflugtag jeweils am Pfingstsonntag veranstalte die Motorfluggesellschaft Eu­denbach auf dem Flugplatz der Mußer Heide ein Schaufliegen. Auch in diesem­ Jahre zog dieser Freizeitsport mehr als 3000 Zuschauer und Zuschauerinnen aus nah und fern an. So erfreute sich auch in diesem Jahre bei sehr schönem Wetter der Flutag beim Publikum allergrößter Beliebtheit. Jeder einzelne Programmpunkt stellte eine Attraktion für sich dar. Naturgetreue Nachbauten von ein-­ und zweimotorigen Kampfflugzeugen der beiden Weltkriege und der Jetztzeit­ starteten in die Lüfte. Es wurden Kunstflug-Hochleistungsmodelle von Spitzenpiloten geflogen, darunter von Kurt Spindler, einem ehemaligen Deutschen Jugendmeister.  Geschwindigkeiten bis zu 200 Kilometer pro Stunde wurden erreicht. Beim jüngsten Fliegen wurden auch kleine Modelle von Anfängern im funkferngesteuerten Flug vorgeführt.

Segler bis vier Meter Spannweite wurden mit der Startleine auf 120 Meter hochgeschleppt, um dann im vorhandenen Aufwind zu segeln. Es wurden auch mit einem Schleppflugzeug große Segler hochgeschleppt, und zur Be­grüßung der Gäste flog eine Maschine mit einem entsprechenden Banner im Tiefflug über das Fluggelände. Das Programm sah noch viele Sensationen, so zum Beispiel einen Luftkampf mit Abschuß von Raketen und Rauchpatronen. Es ging auch eine Kunstflugstaffel mit fünf gleichen Ma­schinen an den Start. Es ist schon etwas Besonderes, wenn Peter Pax aus Niederpleis seinen Modell-Hubschrauber tanzen läßt. Peter Pax ist einer der besten Hubschrauber-Piloten Deutschlands, so stand es in der Einladung. Doch der Conférencier, Ehrenvorsitzender Kurt Spindler, betont, daß es sich um den besten Hubschrauberpiloten Europas, wenn nicht sogar der ganzen Welt handelt. Da der Flugtag ohne Fuchsjagd kein Flugtag sei, wie der Ansager zu er­zählen wußte, wurde natürlich auch
zum Halali geblasen. Der Fuchs schleppte einen 50 Meter langen Pa­pierstreifen. Die Jäger versuchten diesen Streifen zu kappen; Beinahzusammenstöße sorgten für erhöhten Nervenkitzel.

Alle  Modelle, etwa 80 ein- und zweimotorig, wurden über Funk ferngesteuert. Diese Anlagen sind elek­tronische Präzisionsgeräte und kosten je nach Umfang DM  600,- bis DM 2 000,-. Die Antriebsmotoren sind Zweitakt-Glühzündermaschinen mit ei­nem Hubraum von 0,8 bis 10 Kubik­zentimeter und einer Leistung von 0,1 bis 1,5 PS bei Drehzahlen von 10 000 bis 18 000 Umdrehungen pro Minute. Zum Flug wird ein Gemisch aus Methanol und besonders hochwertigen Schmierölen mit einem geringen Zu­satz von Nitromethan verwandt. Je nach Größe der Maschine kostet ein Motor DM 40,– bis DM  300,–. Die Modellfluggesellschaft zählt zurzeit etwa 70 Mitglieder zwischen sechs und 60 Jahren aller Berufsgruppen. Jeden Samstag und Sonntag ist Trai­ning. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 24 vom 11.06.1976; Foto und Bericht: R.
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
Räume & Galerien
Aus den Dörfern ringsum Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989) Vereine
Aufrufe
82

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.