Aufnahme: 1975

Die Kippenhohner Brücke nach der Sprengung

"Im Zuge der Verbreiterung der Bundesautobahn Köln-Frankfurt auf drei Fahrspuren je Richtung müssen sämtliche Autobahnbrücken abgerissen und neu gebaut werden. Am letzten Sonntag musste jetzt die Brücke zwischen Kippenhohn und Ruttscheid weichen. Von sechs bis zwölf Uhr war die Autobahn für den gesamten Verkehr gesperrt. Um 7.50 Uhr sollte die Sprengung erfolgen. Doch nichts tat sich. Die Sprengladung war zwar angebracht, wurde jedoch nicht gezündet. Der Polizeihubschrauber hatte sich verspätet. Er erschien erst gegen 8.05 Uhr am nördlichen Himmel. Nachdem er mehrere Kurven über der Sprengstelle gedreht hatte, wurde gezündet ohne vorherige Warnungen. Es ging dann alles gut, die Brücke sackte um 8.08 Uhr in sich zusammen. Qualmwolken stiegen hoch, neben dem Knall das einzige Zeichen der Sprengung.

Die Brückenpfeiler blieben stehen. Das sollte aus technischen Gründen so sein. Bagger begannen dann mit der zügigen Arbeit. Schnell waren die Trümmer einschließlich des noch hervorragenden grünen Gitters weggeschafft, insgesamt wurden zehn Fahrzeuge mit über 3000 PS zur Trümmerbeseitigung eingesetzt. 70 Kilo Sprengstoff Ammongelit waren in die Brücke hineingebohrt worden. Zahlreiche Polizisten hatten für die Absperrung und Sicherheit der Bevölkerung gesorgt - viele Zuschauer waren erschienen. Übrigens: Das Gitter konnte nicht gerettet werden. Es hätte vorher abgeschweißt werden müssen. Die Autobahn hätte mehrere Tage wegen Funkenfluges gesperrt bleiben müssen, und das konnte man den Autofahrern nicht zumuten."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 46 vom 14. November 1975
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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