Aufnahme: 1975

Bürger gegen Gewerbegebiet bei Ruttscheid

640 Unterschriften hat eine Interessengemeinschaft gesammelt, die sich gegen eine Ausweisweisung als Gewerbegebiet zwischen Ruttscbeid und Hasenboseroth wendet. Wie ein Vertreter dieser Interessengemeinschaft auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Oberpleis im Lokale Bellinghausen zum Ausdruck brachte, sehen sie die Ausweisung eines Gewerbegebietes innerhalb der Stadt Königswinter für notwendig an, fordern aber die entsprechenden Behörden auf, einen geeigneteren Platz zu suchen.  95 Prozent der Ruttscheider und Hasenboserother Bevölkerung haben ihre Unterschrift gegen die Ausweisung im vorgesehenen Gebiet geleistet.

Auf der Generalversammlung wurde eine entsprechende Resolution gefaßt und beschlossen, auch Minister Deneke, der als Wanderfreund bekannt ist, von dem geplanten Gewerbegebiet mitten im Siebengebirge zu unterrichten, der sich im Interesse der Ruttscheider und Hasenboserother verwenden soll. Zu Beginn der Versammlung gab Vorsitzender Peter Schurf einen Jahresrückblick und berichtete mit berechtigtem Stolz, daß der Bürgerverein durch seine Proteste maßgeblich am „Tod" der geplanten Schnellstrecke der Bundesbahn Köln­ Groß/Gerau beteiligt gewesen sei. Wörtlich meinte er: „Die Arbeit des Vereins in dieser Beziehung hat sich gelohnt. Besonderer Dank spreche ich Heinz Lindlar aus, der sich im Interesse des Vereins und der Bevölkerung um den „Tod" verdient gemacht habe."

Dieter Fehlemann berichtete als Kassenprüfer und Josef Neuhöfer beantragte die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erfolgte.

Der neue Vorstand wurde auf zwei Jahre gewählt. Die Geschicke des Vereins werden in Zukunft von folgenden Damen und Herren geleitet: 1. Vorsitzender Peter Schurf, 2. Vorsitzender Werner Schulz, Schriftführerin Brigitte Klein, Kassenführer Klaus Schol und Beisitzer Heinz Lindlar. Als Kassenprüfer wurden gewählt. Dieter Fehlemann und Karl Bellinghausen.

Die Teilnehmer der Versammlung trugen zahlreiche  Änderungswünsche im Nahverkehr vor. So wünschen sie unter anderem einen Schnellverkehr nach Bonn, vor allen Dingen in den Zeiten zwischen sieben und neun Uhr und von 12 bis 13 Uhr. Ebenfalls fordern sie eine Anbindung an die Fahrzeuge der Bonner Verkehrsbetriebe in Hoholz. Nicht zufrieden war man mit der jetzigen Schulbushaltestelle, die viele Gefahren in sich birgt. Sechs Ruhebänke, die gestiftet wurden, wurden beziehungsweise werden in Kürze mit weiteren sechs Bänken aufgestellt.

Diskutiert wurde auch über eine Verschönerung des Ortsbildes und über die Aufstellung einer Schutzhütte auf der Hardt. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 29 vom 18.07.1975; Bericht: Günher Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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